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Besetzung von The Young Pope

Besetzung von The Young Pope

The Young Pope – auf Deutsch Der junge Papst – ist eine Produktion, die mit ihrer bloßen Existenz bereits eine Haltung signalisiert. Paolo Sorrentino, bekannt für seinen visuell opulenten Stil, inszeniert 2016 für HBO und Sky Atlantic eine Miniserie über einen jungen, amerikanischen Papst namens Pius XIII., der den Vatikan mit kompromissloser Strenge und theologischer Härte erschüttert. Das Projekt ist ehrgeizig, das ist unbestreitbar. Die Bilder sind stark, die Atmosphäre dicht, die Themen groß. Aber funktioniert die Geschichte auch als Geschichte – oder bleibt sie vor allem ein cineastisches Statement?

Die Antwort liegt, wie so oft, im Cast. Und die Besetzung von The Young Pope ist ein interessanter Fall: Sie ist auf den ersten Blick beeindruckend, auf den zweiten Blick streckenweise kalkuliert – und auf den dritten Blick ambivalenter als sie auf dem Papier wirkt.

Die Besetzung von The Young Pope – zwischen Anspruch und Konstruktion

Die Besetzung von The Young Pope liest sich wie ein strategisch zusammengestelltes Ensemble: Jude Law in der Hauptrolle, Diane Keaton als Schwester Mary, James Cromwell als Kardinal Spencer, Silvio Orlando als Kardinal Voiello, Ludivine Sagnier, Cecile de France, Scott Shepherd. Internationale Namen, europäisches Gewicht, ein Mix aus Hollywood-Zugkraft und arthouse-nahem Können.

Das ist kein Zufall. Sorrentino braucht internationale Aufmerksamkeit für ein Projekt, das in seiner Grundkonstellation – ein fanatischer junger Papst in einer dekadenten Kirchenwelt – riskant ist. Der Cast funktioniert also auch als Signal: Schaut her, das ist ernst. Das hat Substanz. Das ist nicht einfach nur Vatikan-Trash.

Und doch: Wenn man genauer hinschaut, merkt man, dass einige Figuren in dieser Serie weniger wie Menschen funktionieren und mehr wie Ideen. Das ist kein ausschließliches Problem des Ensembles – es liegt auch im Drehbuch, in Sorrentinos Hang zum Symbolischen. Aber die Schauspieler sind das Medium, durch das sich diese Schwäche zeigt oder kaschiert wird. Und da ist die Bilanz gemischt.

Was wirklich funktioniert: die Dynamik im Kern des Ensembles. Jude Law und Silvio Orlando bilden in ihren Szenen gemeinsam ein dramaturgisch glaubwürdiges Spannungsfeld. Was weniger funktioniert: manche Nebenrollen wirken wie Schachfiguren, die Sorrentino auf dem Brett verschiebt, um seinen Gedanken zu illustrieren – nicht um eine Welt zu bevölkern.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Jude Law Papst Pius XIII. / Lenny Belardo 8/10 Präzise, kühl, mitunter faszinierend – trägt die Serie
Diane Keaton Schwester Mary 6/10 Solide, aber die Figur bleibt seltsam unfertig
Silvio Orlando Kardinal Angelo Voiello 8/10 Das stärkste Ensemble-Mitglied – organisch und vielschichtig
James Cromwell Kardinal Michael Spencer 7/10 Würdevoll, präzise – etwas zu sehr Architekt des Plots
Cecile de France Esther 5/10 Figur bleibt Symbol statt Mensch
Ludivine Sagnier Sofia 5/10 Funktional, aber wenig Tiefe
Scott Shepherd Andrew Dussolier 6/10 Kompetent – Figur bleibt aber Funktion
Toni Bertorelli Kardinal Caltanissetta 5/10 Nebenrolle ohne echte Kontur

Die Hauptdarsteller im Fokus

Jude Law als Papst Pius XIII.

Jude Law spielt Lenny Belardo, einen amerikanischen Kardinal, der auf den päpstlichen Thron gelangt und sich als gnadenloser, charismatischer und zutiefst widersprüchlicher Führer entpuppt. Die Rolle ist undankbar in dem Sinne, dass sie eigentlich nicht sympathisch sein darf – und trotzdem tragen muss.

Law löst das mit einer auffälligen Kälte, die nicht leer wirkt, sondern kontrolliert. Er spielt Pius XIII. nicht als Bösewicht und nicht als Heiligen, sondern als jemanden, dessen innere Logik in sich selbst geschlossen ist. Das ist schwieriger, als es klingt. Die Figur bewegt sich ständig am Rand zum Absurden – und Law hält sie gerade so diesseits davon.

Was fehlt: Momente, in denen Lenny Belardo wie ein Mensch mit Geschichte wirkt, nicht wie ein philosophisches Konstrukt. Sorrentino gibt ihm wenig Gelegenheit dazu. Aber wenn Law diese Räume bekommt – in stillen Szenen, in kurzen Brüchen – ist er überzeugend.

Bewertung: 8/10

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von The Recruit.

Diane Keaton als Schwester Mary

Diane Keaton ist ein Name. Und der Name ist hier auch Teil des Kalküls. Schwester Mary, die Frauenfigur, die Pius XIII. aufgezogen hat und nun in einer ambivalenten Mutter-Sohn-Dynamik neben ihm operiert, ist eine der interessanteren Ideen der Serie. Das Problem: Sie bleibt eine Idee.

Keaton spielt die Rolle mit ihrer gewohnten Wärme und einem leichten Hauch von Unnahbarkeit. Das funktioniert in Einzelszenen. Aber die Figur selbst ist zu schematisch geschrieben, um wirklich zu tragen. Schwester Mary existiert oft genug hauptsächlich als emotionaler Spiegel für Pius XIII. – und das ist zu wenig für eine Schauspielerin dieses Kalibers.

Man fragt sich bisweilen, ob Keaton hier mehr wegen ihres kulturellen Gewichts besetzt wurde als wegen einer präzisen dramaturgischen Notwendigkeit. Das ist nicht ihr Problem – aber es ist ein Problem der Serie.

Bewertung: 6/10

Silvio Orlando als Kardinal Voiello

Wenn die Besetzung von The Young Pope einen wirklichen Treffer hat, dann ist es Silvio Orlando als Kardinal Angelo Voiello. Orlando ist kein internationaler Superstar – er ist ein präziser, vielseitiger italienischer Charakterdarsteller. Und genau das braucht diese Rolle.

Voiello ist der Pragmatiker, der Kirchenpolitiker, der Mann, der Päpste machen und brechen will. Er ist opportunistisch, berechnend – und gleichzeitig der vielleicht menschlichste Charakter der ganzen Serie. Orlando gibt ihm eine physische Präsenz, Humor, Schwäche, Eitelkeit. Die Figur fühlt sich wie ein Mensch an, der existiert, nicht wie eine Funktion, die erfüllt werden muss.

In seinen besten Momenten rettet Orlando ganze Episoden. Er ist der organischste Part in einem Cast, der sonst mitunter zu sehr ins Theatralische neigt.

Bewertung: 8/10

Einen ähnlich differenzierten Blick auf ein Ensemble bietet der Artikel über die Besetzung von Vikings.

James Cromwell als Kardinal Spencer

James Cromwell spielt Kardinal Spencer, den alternden Kirchenmann, der selbst Papst werden wollte – und stattdessen seinen ehemaligen Zögling Pius XIII. aufsteigen sieht. Es ist eine klassische Tragiker-Rolle, und Cromwell hat das Format dafür.

Er trägt die Würde dieser Figur glaubwürdig. Seine Szenen mit Law gehören zu den ruhigeren, gewichtigeren Momenten der Serie. Aber Spencer bleibt letztlich auch eine Funktion – er ist der narrative Schatten, der erklärt, woher Pius XIII. kommt. Cromwell füllt das aus, ohne zu enttäuschen. Er überrascht aber auch nicht.

Bewertung: 7/10

Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?

Das ist die Stelle, wo die Serie am deutlichsten zeigt, dass Sorrentino seine Figuren manchmal mehr als Träger von Ideen benutzt denn als lebendige Menschen.

Cecile de France als Esther ist ein gutes Beispiel. Die Figur ist als eine Art religiöse Suchende angelegt, als Gegengewicht zur institutionellen Kirche. Aber Esther bleibt so sehr Symbol, dass de France kaum Raum bekommt, sie mit psychologischer Substanz zu füllen. Die Schauspielerin ist kompetent – die Figur lässt sie im Stich.

Ludivine Sagnier als Sofia hat mehr Leinwandzeit, aber ähnliche Probleme. Die Figur bewegt sich in einem klar umrissenen Funktionsraum und verlässt ihn selten. Sagnier macht das Beste daraus, aber die Rolle gibt wenig her.

Scott Shepherd als Andrew Dussolier, Priester und alter Freund von Pius XIII., ist die Nebenrolle, die am ehesten noch eine eigene Dynamik entwickelt. Die Beziehung zwischen Shepherd und Law hat Momente echter Spannung. Aber auch hier bleibt der Charakter streckenweise im Dienst der Hauptfigur gefangen.

Toni Bertorelli als Kardinal Caltanissetta ist kaum mehr als ein Stichwortgeber. Solche Rollen sind notwendig, aber sie zeigen, wo das Ensemble aufhört, eine Welt zu sein, und wo es anfängt, eine Kulisse zu werden.

Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?

Jude Law

  • The Talented Mr. Ripley
  • Cold Mountain
  • Closer
  • The Young Pope – eine seiner besten Arbeiten der 2010er Jahre, weil die Rolle seiner Tendenz zum Kontrollierten entgegenkommt statt dagegen

Diane Keaton

  • Seit Jahrzehnten eine feste Größe des amerikanischen Kinos
  • Ihre Besetzung in The Young Pope wirkt wie ein Versuch, dem Projekt einen vertrauten, menschlichen Anker zu geben – die Rolle hält sie aber unter Wert

Silvio Orlando

  • Konstante Qualitätsarbeit in der italienischen Film- und Serienlandschaft
  • The Young Pope passt in eine Karriere, die von charakterlicher Tiefe lebt – hier zeigt er, warum er kein internationaler Star sein muss, um ein internationales Ensemble zu tragen

James Cromwell

  • Babe
  • L.A. Confidential
  • Verlässlicher Charakter-Anker in Hollywood-Produktionen – seine Besetzung in The Young Pope ist vorhersehbar im besten Sinne

Mehr zur Frage, wie ein Ensemble funktioniert oder auseinanderfällt, findet sich im Artikel über die Besetzung von Only Murders in the Building.

Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?

Nicht vollständig – und das ist eine ehrliche Antwort.

Das Ensemble von The Young Pope hat Momente echter Stärke. Law und Orlando zusammen erzeugen eine dramaturgische Energie, die trägt. Cromwell und Law haben Gewicht. Aber das Ensemble wirkt nicht wie eine organisch gewachsene Gruppe von Menschen in einer gemeinsamen Welt. Es wirkt wie eine sorgfältig kuratierte Sammlung von Darstellern, die einzeln ihre Qualitäten zeigen, aber nicht immer miteinander atmen.

Das liegt nicht allein am Cast. Es liegt auch daran, dass The Young Pope keine Ensemble-Serie im klassischen Sinne ist. Es ist Sorrentinos persönliches Projekt, und Sorrentinos Kamera interessiert sich primär für Pius XIII. – und dann für alle anderen. Das schafft ein Ungleichgewicht, das der Chemie des Ensembles schadet.

Die Stellen, wo es wirklich funktioniert: die politischen Szenen rund um Voiello, die langen Dialoge zwischen Law und Cromwell, einzelne Momente, in denen die Serie aufhört, Aussagen zu machen, und einfach Menschen beobachtet. Diese Momente sind selten genug, um aufzufallen – und gut genug, um zu zeigen, was möglich gewesen wäre.

Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem?

Es gibt eine Frage, die man bei jeder Sorrentino-Produktion stellen kann: Geht es hier um Figuren – oder geht es um Sorrentinos Blick auf Figuren?

Bei The Young Pope ist die Antwort oft: letzteres. Die Serie ist durchdrungen von einer Bildsprache, die kommentiert, interpretiert, verrätselt. Das ist ästhetisch faszinierend und dramaturgisch mitunter lähmend.

Wenn ein Papst in der Morgendämmerung Cola Zero trinkt und dabei aus dem Fenster auf den Petersplatz schaut, ist das ein Bild. Ein gutes Bild sogar. Aber es ist kein Moment zwischen Menschen. Und wenn die Serie zu sehr in solchen Momenten lebt, verlieren die Schauspieler die Möglichkeit, ihre Figuren von innen heraus zu entwickeln.

Das ist kein neues Problem in prestige-getriebenen Serienproduktionen. Viele HBO-Produktionen dieser Ära kämpfen mit demselben Muster: Das Budget ermöglicht Qualität, die Aufmerksamkeit erzeugt Druck auf Bedeutsamkeit, und dieser Druck schiebt sich zwischen Geschichte und Zuschauer.

The Young Pope ist besser als viele Serien, die denselben Fehler machen. Aber sie ist auch schlechter als sie sein könnte – weil Sorrentinos Stilwille manchmal lauter ist als seine Figuren.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von The Young Pope

Wer spielt in The Young Pope die Hauptrolle?

Jude Law spielt Papst Pius XIII., bürgerlich Lenny Belardo. Es ist die zentrale Figur der Serie, und Law trägt die Produktion über weite Strecken mit einer kontrollierten, kühlen Intensität.

Welcher Schauspieler überzeugt am meisten in The Young Pope?

Silvio Orlando als Kardinal Voiello ist die stärkste Leistung des Ensembles. Er gibt seiner Figur Tiefe, Humor und Widersprüchlichkeit – und wirkt dabei organischer als die meisten anderen Darsteller der Serie.

Was ist die schwächste Besetzungsentscheidung in The Young Pope?

Die Nebenrollen um Cecile de France und Ludivine Sagnier sind zu schematisch geschrieben, um wirklich zu tragen. Die Schauspielerinnen sind kompetent – aber die Figuren sind zu sehr Symbole, zu wenig Menschen.

Lohnt sich The Young Pope trotz der Schwächen?

Ja – für Zuschauer, die bereit sind, sich auf Sorrentinos Bildsprache einzulassen und die sich nicht an einer gewissen dramaturgischen Schwerfälligkeit stören. Als reines Erzählkino ist die Serie unvollständig. Als Atmosphäre und Stilübung ist sie bemerkenswert.

Wo kann man The Young Pope in Deutschland streamen?

Die Serie ist über verschiedene Plattformen verfügbar, darunter Sky Atlantic und Amazon Prime. Die Verfügbarkeit kann sich ändern – aktuelle Infos finden sich auf Vergleichsportalen wie werstreamt.es.

Gibt es eine deutsche Synchronisation von The Young Pope?

Ja, die Serie wurde für den deutschen Markt synchronisiert. Details zur Synchronbesetzung sind in der Synchronkartei dokumentiert.

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