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Besetzung von Ophelia

Besetzung von Ophelia

Ophelia ist kein gewöhnlicher Kostümfilm. Claire McCarthys Literaturverfilmung aus dem Jahr 2018 basiert auf dem gleichnamigen Roman von Lisa Klein und versucht etwas, das schon viele vor ihr versucht haben: Shakespeare aus der Perspektive derjenigen zu erzählen, die im Original kaum eine eigene Stimme haben. Ophelia, das stumme Opfer aus Hamlet, soll hier zur Protagonistin werden. Der Ansatz ist verständlich. Die Umsetzung ist es weniger.

Das Ensemble ist auf dem Papier stark besetzt. Daisy Ridley, Naomi Watts, Clive Owen, George MacKay, Tom Felton – Namen, die Aufmerksamkeit erzeugen. Aber ein guter Cast löst noch kein strukturelles Problem: Wenn die Geschichte primär als Statement funktionieren will, riskiert sie, ihre eigenen Figuren zu Symbolen zu degradieren. Ob die Besetzung von Ophelia dieser Falle entkommt, ist die eigentliche Frage.

Die Besetzung von Ophelia – zwischen Anspruch und Konstruktion

Die Besetzung von Ophelia liest sich wie eine bewusste Kuratorenentscheidung. Daisy Ridley als Ophelia war nach Star Wars der naheliegendste Griff: eine junge Frau, die Stärke ausstrahlt, die Leinwand füllt und ein enormes Publikum mitbringt. Das ist kein Zufall – das ist Kalkül. Ob dieses Kalkül der Geschichte dient oder ihr schadet, ist eine berechtigte Frage.

Naomi Watts in der Doppelrolle als Königin Gertrude und Mechtild erweitert das dramatische Spektrum, wirkt aber zugleich wie ein kompositorischer Kompromiss: Zwei Rollen für eine Schauspielerin, weil die Geschichte damit etwas über Identität und weibliche Macht sagen will. Das Ergebnis ist ambitioniert, aber nicht immer überzeugend.

Clive Owen als König Claudius bringt genau die Art von träger Bedrohlichkeit mit, die die Figur braucht – aber er bleibt letztlich eine Funktion, kein Mensch. Tom Felton als Laertes bewegt sich in bekannten Gewässern: der aristokratische junge Mann mit zweifelhafter Moral. George MacKay als Hamlet ist die interessanteste und problematischste Wahl zugleich. MacKay ist ein fähiger Schauspieler – aber als Shakespeare-Ikone überzeugt er nur bedingt.

Das Ensemble als Ganzes fühlt sich weniger wie ein organisch gewachsenes Ensemble an, sondern wie eine sorgfältig zusammengestellte Liste von Signalen.

Einen ähnlichen Blick auf Ensembles in literarischen Adaptionen bietet der Artikel über die Besetzung von Tolkien.

Tabelle der Besetzung von Ophelia mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Daisy Ridley Ophelia 6/10 Präsenz vorhanden, Tiefe bleibt fleckig
Naomi Watts Gertrude / Mechtild 7/10 Stärkste Leistung im Film, trotz konstruiertem Konzept
Clive Owen König Claudius 6/10 Solide, aber zu sehr Funktion, zu wenig Figur
George MacKay Hamlet 5/10 Bemüht, aber selten überzeugend als tragische Ikone
Tom Felton Laertes 5/10 Vertrautes Terrain, wenig Überraschungen
Devon Terrell Horatio 5/10 Unterentwickelt, narrativ kaum eigenständig
Dominic Mafham Polonius 6/10 Solider Charakterdarsteller, begrenzte Szenenzeit

Die Hauptdarsteller im Fokus

Daisy Ridley als Ophelia

Ridley trägt den Film auf den Schultern – ob sie das kann, ist die zentrale dramaturgische Frage. Ihre Ophelia ist entschlossen, selbstbewusst, modern gedacht. Das ist das Problem. Die Figur wirkt zu sehr wie eine zeitgenössische Projektion auf ein mittelalterliches Dänemark. Ridley hat Leinwandpräsenz, keine Frage. Aber die Rolle verlangt emotionale Vielschichtigkeit, und die fehlt in zu vielen Momenten. Wenn Ophelia leidet, fühlt es sich an wie choreographiertes Leiden. Wenn sie liebt, ist es ordentlich und kontrolliert.

Das ist nicht allein Ridleys Schuld. Das Drehbuch gibt ihr wenig Raum für echte Widersprüche. Ihre Ophelia ist von Anfang an Protagonistin mit klarem Bewusstsein – was die dramatische Spannung untergräbt. Shakespeare-Ophelia funktioniert gerade wegen ihrer Brüchigkeit. Ridleys Ophelia ist zu stabil, um wirklich zu erschüttern.

Bewertung: 6/10

Naomi Watts als Gertrude und Mechtild

Watts ist der stärkste Teil dieses Casts. In der Doppelrolle als Königin Gertrude und der Kräuterfrau Mechtild navigiert sie zwischen zwei Welten, und sie tut es mit einer Selbstverständlichkeit, die man dem Rest des Films nicht immer attestieren kann. Ihre Gertrude ist keine bloße Staffage – sie hat Gewicht, Geschichte, Widersprüche.

Das Konzept der Doppelrolle ist dennoch ein Diskussionspunkt. Es ist eine Entscheidung, die auf der Leinwand funktionieren kann, aber auch wie eine dramaturgische Krücke wirkt: Identität und Doppelleben als Thema, buchstäblich verkörpert durch eine Schauspielerin in zwei Rollen. Das ist symbolisch, aber nicht zwingend subtil.

Bewertung: 7/10

Clive Owen als König Claudius

Owen bringt das mit, was Claudius braucht: eine stille Bedrohlichkeit, die Macht ausübt, ohne laut zu werden. Das funktioniert. Aber Claudius bleibt auch bei Owen eine eindimensionale Bedrohung – ein Platzhalter für patriarchale Macht, kein komplexer Antagonist. Das Drehbuch gibt ihm keine Grautöne, und Owen füllt die Grenzen solide aus, ohne sie zu erweitern.

Bewertung: 6/10

George MacKay als Hamlet

MacKay ist einer der interessantesten jungen Schauspieler seiner Generation – das zeigen spätere Arbeiten wie 1917 deutlich. Aber als Hamlet im Jahr 2018 wirkt er deplatziert. Sein Hamlet ist freundlich, fast weich – was möglicherweise Absicht ist, denn in dieser Geschichte ist er nicht Protagonist, sondern Folie für Ophelia. Das Ergebnis ist eine Hamlet-Figur ohne das Gewicht, das die Rolle historisch trägt. Er ist Liebhaber, nicht Tragiker. Das macht ihn narrativ funktional, aber theatralisch blutleer.

Bewertung: 5/10

Tom Felton als Laertes

Felton hat nach Draco Malfoy ein Typecasting-Problem. Laertes ist der arrogante, gefährliche Bruder – und Felton spielt ihn mit der Routine, die man von ihm kennt. Handwerklich sauber. Dramatisch erwartbar. Er liefert das, was die Besetzung von ihm erwartet, aber kein bisschen mehr.

Bewertung: 5/10

Wie Typecasting ähnliche Ensembles prägt, lässt sich auch in der Analyse der Besetzung von Downton Abbey nachvollziehen.

Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?

Devon Terrell als Horatio ist die prägnanteste Nebenfigur, aber gleichzeitig diejenige, die am meisten Potenzial ungenutzt lässt. Horatio ist in Shakespeares Original der moralische Anker, der Zeuge – hier ist er Begleitung. Keine echte Figur, sondern eine narrative Funktion, die Ophelias Geschichte rahmt, ohne sie zu bereichern.

Dominic Mafham als Polonius hat das Problem aller Polonius-Figuren: Er ist der väterliche Antagonist, der gleichzeitig lächerlich und bedrohlich sein soll. In dieser Romanadaption fehlt ihm die Szenenzeit, um beides wirklich auszuspielen. Er erscheint, setzt Dinge in Gang und verschwindet wieder.

Die Nebenrollen in der Besetzung von Ophelia sind solide, aber sie existieren vorrangig, um die Hauptfigur in Position zu bringen. Wirklich eigenständige Charaktere – Figuren, die auch ohne Ophelia eine Geschichte hätten – gibt es kaum. Das ist ein strukturelles Problem des Drehbuchs, das auf die Rollen durchschlägt.

Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?

Daisy Ridley

  • Star Wars: Das Erwachen der Macht (2015) – internationaler Durchbruch; physische Präsenz und Entschlossenheit optimal eingesetzt
  • Ophelia (2018) – Versuch, mehr dramatische Breite zu zeigen; Entwicklungsansätze sichtbar, aber keine Vollendung

George MacKay

  • Ophelia (2018) – Talent noch ohne die spätere Reife, Hamlet überzeugend zu tragen
  • 1917 (2019) – zeigt das Kaliber, das in Ophelia noch fehlte; eine Frage des Zeitpunkts, nicht des Könnens

Tom Felton

  • Harry Potter (Filmreihe) – prägendes Typecasting als Draco Malfoy
  • Ophelia (2018) – Laertes als Variante der Draco-Schablone; ob bewusste Markenbildung oder fehlende Risikobereitschaft, das Muster ist erkennbar

Naomi Watts

  • Mulholland Drive (2001) – früher Beleg für die Suche nach komplexen Rollen
  • Ophelia (2018) – einzige im Cast, bei der eine filmografische Entwicklung sichtbar wird, auch wenn die Doppelrolle nicht ganz ausgeschöpft wird

Wie Filmografien und Casting-Entscheidungen in dramatisch aufgeladenen Ensembles zusammenwirken, zeigt auch die Besetzung von Melancholia.

Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?

Die ehrliche Antwort: nur bedingt. Die Chemie zwischen Ridley und MacKay als Ophelia und Hamlet ist das dramatische Zentrum des Films – und es ist sein schwächster Punkt. Die Liebesgeschichte zwischen den beiden fühlt sich konstruiert an. Nicht weil die Schauspieler nicht können, sondern weil das Drehbuch ihre Beziehung als gegeben behandelt, statt sie zu entwickeln.

Watts und Owen als Gertrude und Claudius funktionieren besser – da ist eine spürbare Spannung, eine wortlose Geschichte zwischen ihnen. Aber auch hier: zu wenig Szenenzeit, um das wirklich auszuspielen.

Das Ensemble von Ophelia ist keine lebendige Einheit. Es ist eine Ansammlung von Einzelleistungen, die nebeneinander existieren, ohne sich wirklich zu berühren. Das mag dem mittelalterlichen Hofmilieu entsprechen – dramaturgisch ist es ein Problem.

Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem

Ophelia ist ein symptomatischer Film für eine bestimmte Art von Produktionen, die in den 2010er Jahren häufiger wurden: Literaturverfilmungen und Romanadaptionen, die eine feministische oder revisionshistorische Absicht haben und diese Absicht sehr laut kommunizieren.

Das Ergebnis ist oft das gleiche. Die Figuren werden zu Trägern von Aussagen. Ophelia muss stark sein, weil der Film über Stärke sprechen will. Gertrude muss eine verborgene Identität haben, weil der Film über weibliche Handlungsmacht sprechen will. Claudius muss eindeutig böse sein, weil die Geschichte einen klaren Antagonisten braucht, der nicht ambivalent werden darf.

Das ist das grundlegende Problem der Besetzung von Ophelia und des Films insgesamt: Die Schauspieler spielen keine Menschen, sie spielen Argumente. Wenn eine Figur vor allem Beleg für eine These ist, verliert sie das, was Figuren interessant macht – ihre Widersprüchlichkeit.

Shakespeare hat das verstanden. Seine Ophelia ist so wirkungsvoll, weil sie gerade nicht erklärbar ist. Diese Ophelia ist zu sehr erklärt.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Ophelia

Wer spielt Ophelia in dem Film von 2018?

Daisy Ridley spielt die Titelrolle der Ophelia in Claire McCarthys Film aus dem Jahr 2018. Die Rolle ist eine Neuinterpretation der Shakespeare-Figur aus Hamlet, erzählt aus Ophelias eigenem Blickwinkel.

Wer spielt Hamlet in der Besetzung von Ophelia?

George MacKay übernimmt die Rolle des Hamlet. Seine Darstellung ist handwerklich solide, aber bleibt unter den Erwartungen, die eine der bekanntesten Figuren der Weltliteratur mit sich bringt.

Welcher Schauspieler liefert die stärkste Leistung im Film?

Naomi Watts in der Doppelrolle als Gertrude und Mechtild ist die überzeugendste Leistung des Ensembles. Sie bringt Komplexität in einen Film, dem an vielen Stellen genau das fehlt.

Ist die Besetzung von Ophelia sehenswert?

Für Fans von Kostümfilmen und Shakespeare-Adaptionen ist der Film interessant – aber mit gesenkten Erwartungen. Das Ensemble hat Qualitäten, aber die Geschichte traut ihrer eigenen Besetzung nicht genug, um wirklich spannend zu werden. Als Erfahrung ist Ophelia in Ordnung; als Filmerzählung bleibt sie hinter ihrem Potenzial zurück.

Wer spielt Laertes in Ophelia?

Tom Felton spielt Laertes. Die Rolle bewegt sich in bekannten Bahnen für Felton – der Zuschauer, der seine frühere Arbeit kennt, wird wenig überrascht sein.

Wo kann man den Film mit der Ophelia-Besetzung streamen?

Die Verfügbarkeit variiert je nach Region und Plattform. Für aktuelle Streaming-Informationen empfiehlt sich eine Suche auf einschlägigen Plattformen wie JustWatch, da sich Rechte regelmäßig ändern.

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