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Besetzung von Underwater – Es Ist Erwacht

Besetzung von Underwater - Es Ist Erwacht

„Underwater – Es Ist Erwacht” ist ein Sci-Fi-Horrorfilm von Regisseur William Eubank aus dem Jahr 2020, produziert von 20th Century Fox. Die Handlung ist schnell zusammengefasst: Auf dem Meeresboden gerät eine Unterwasserstation durch ein Erdbeben in Schieflage. Eine kleine Gruppe Überlebender kämpft ums Überleben – und begegnet dabei Meereskreaturen, die man besser nicht getroffen hätte. Drehbuch: Brian Duffield und Adam Cozad. Laufzeit: überschaubar. Anspruch: höher als das Ergebnis.

Das ist die freundlichste Art, es zu formulieren. Denn was dieser Film besitzt, ist ein solides Cast, das mit Material arbeitet, das ihm nicht immer gerecht wird. Die Besetzung von „Underwater – Es Ist Erwacht” ist auf dem Papier interessant – aber im Film selbst bleibt sie seltsam ungenutzt. Was genau funktioniert, was konstruiert wirkt und wo der Thriller seine Chancen verschenkt, schauen wir uns jetzt an.

Die Besetzung von Underwater – Es Ist Erwacht – zwischen Anspruch und Konstruktion

Das Cast von „Underwater – Es Ist Erwacht” liest sich auf den ersten Blick vielversprechend. Kristen Stewart in der Hauptrolle. Vincent Cassel als erfahrene Autoritätsfigur. T.J. Miller als komödiantisches Gegengewicht. Jessica Henwick, John Gallagher Jr., Mamoudou Athie und Gunner Wright als Nebenrollen. Ein Ensemble, das auf dem Papier funktionieren könnte – und das in Teilen auch tut.

Aber dann stellt sich die Frage, die bei modernen Produktionen zunehmend unangenehm ist: Wurden diese Schauspieler für ihre Rollen gewählt, weil sie die besten für die jeweiligen Charaktere sind – oder weil die Kombination ein bestimmtes Signal sendet?

Im Fall von „Underwater” ist die Antwort weniger eindeutig als bei manch anderer Produktion. Stewart wurde offensichtlich bewusst besetzt – als Frau in einer Action-lastigen Hauptrolle, die keine romantische Nebenhandlung braucht, um zu existieren. Das ist an sich keine schlechte Entscheidung. Die Problematik liegt woanders: Die Charaktere bleiben so dünn, dass man über die Casting-Entscheidung nachdenkt statt über die Figuren selbst. Wenn man nach dem Film mehr über die Schauspieler als über ihre Rollen spricht, ist das ein erzählerisches Problem.

Das Ensemble als Darsteller ist kompetent. Das Ensemble als Charaktergruppe ist fragmentiert. Und das ist ein Unterschied, der sich über die gesamte Laufzeit bemerkbar macht.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Kristen Stewart Nora Price 7/10 Präsent, physisch überzeugend, aber emotional limitiert durch das Skript
Vincent Cassel Captain Lucien 6/10 Solide Autorität, bleibt aber Funktion statt Figur
T.J. Miller Paul Abel 5/10 Komik als Druckmittel, nicht als Charakter
Jessica Henwick Emily Haversham 6/10 Sympathisch, aber zu wenig Raum für echte Entwicklung
John Gallagher Jr. Liam Smith 5/10 Reagiert mehr als er agiert – Begleitung ohne Tiefe
Mamoudou Athie Rodrigo 5/10 Zu früh aus der Geschichte entfernt, um einen Eindruck zu hinterlassen
Gunner Wright Lee Miller 5/10 Solide Nebenrolle, kaum eigenständige Kontur

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Pandorum – einem weiteren Sci-Fi-Horrorfilm, der ähnliche Fragen über Ensemble-Casting und Charakterentwicklung aufwirft.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Kristen Stewart als Nora Price

Nora Price ist Mechanikerin auf der Unterwasserstation – eine Frau, die allein eine Katastrophe verarbeitet, bevor die nächste beginnt. Stewart spielt das mit einer körperlichen Konsequenz, die man anerkennen muss. Sie ist nicht auf Wirkung bedacht, sie ist auf Überleben bedacht. Das sieht man ihr an.

Was man ihr nicht anmerkt, ist die emotionale Geschichte dieser Figur. Nora spricht zu Beginn aus dem Off über Verlust und Einsamkeit – eine literarische Einleitung, die im weiteren Verlauf kaum eingelöst wird. Die Mechanikerin kämpft, rennt, taucht, entscheidet – aber wir lernen sie als Mensch nicht wirklich kennen. Das ist weniger Stewarts Versagen als das des Drehbuchs, aber auch sie lässt wenige Momente entstehen, in denen die Figur über ihre Funktion hinauswächst.

Stewart hat in ihrer Karriere bewiesen, dass sie schwierige, vielschichtige Figuren spielen kann. Hier spielt sie eine Überlebende. Mehr nicht. Das ist solide – aber kein Ausrufezeichen.

Bewertung: 7/10

Vincent Cassel als Captain Lucien

Cassel ist einer der interessantesten Charakterdarsteller des europäischen Kinos. Sein Captain Lucien hätte eine komplexe Figur sein können: erfahren, möglicherweise skrupellos, jedenfalls mit einer Geschichte. Was wir stattdessen bekommen, ist eine Autorität, die Entscheidungen trifft und gelegentlich die Gruppe zusammenhält. Cassel spielt das professionell. Aber das Material gibt ihm keinen Raum für mehr.

In einem Horrorfilm wie diesem wäre eine Hauptfigur wie Lucien eine Gelegenheit: Jemand, dem man nicht ganz vertraut, dessen Motive man nicht kennt, dessen Loyalität unklar ist. Dieses Potenzial wird nie eingelöst. Cassel liefert, was das Skript verlangt – nicht weniger, aber auch nicht mehr.

Bewertung: 6/10

T.J. Miller als Paul Abel

Miller ist als komödiantische Entlastung im Ensemble gedacht – der Typ, der Witze macht, wenn alle sterben könnten. Das ist eine erzählerisch legitime Funktion. Das Problem: Die Witze sind selten gut, und der Charakter existiert primär, um eine emotionale Kurve zu erzeugen, die das Skript nicht aufgebaut hat.

Es ist keine schlechte Darstellung. Es ist eine unnötige Figur in einem Film, der keine Zeit hat für Charaktere, die keine Funktion erfüllen – und dann genau so jemanden einbaut.

Bewertung: 5/10

Jessica Henwick als Emily Haversham

Henwick ist eine Darstellerin mit echtem Potenzial – das hat sie in anderen Produktionen gezeigt. In „Underwater” spielt sie Emily, eine der Überlebenden, die durch eine schwierige emotionale Situation navigiert. Henwick ist sympathisch, nachvollziehbar, nie falsch. Aber auch ihr gibt der Film zu wenig, um wirklich zu existieren.

Ihre Figur hat einen sentimentalen Hintergrund, der kurz angerissen wird – aber mehr als ein erzählerisches Pflaster ist das nicht. Man interessiert sich für sie, weil Henwick sie interessant macht, nicht weil das Skript ihr erlaubt, interessant zu sein.

Bewertung: 6/10

Einen ähnlichen Blick auf Ensembles, die unter dem Gewicht ihres eigenen Materials leiden, wirft auch der Artikel über die Besetzung von Der Schwarm.

Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?

John Gallagher Jr. als Liam Smith, Mamoudou Athie als Rodrigo und Gunner Wright als Lee Miller – alle drei sind Schauspieler, die man in anderen Produktionen als tragfähige Hauptfiguren erlebt hat. Hier werden sie zu Begleitpersonen degradiert.

Das ist kein Vorwurf an die Darsteller. Es ist ein Vorwurf an das Drehbuch. Diese Figuren sind Gefäße für narrative Funktionen: Jemand muss früh sterben, jemand muss Entscheidungen kommentieren, jemand muss die Gruppe zusammenhalten. Wer welche Funktion übernimmt, ist weitgehend austauschbar.

Mamoudou Athie etwa ist eine der interessantesten Nebenrollen im aktuellen amerikanischen Kino. Er besitzt eine Schwere und Stille, die Figuren dimensioniert. Hier verschwindet er, bevor er überhaupt angekommen ist. Das ist verschwendetes Potenzial – und ein klares Zeichen dafür, dass die Besetzung von „Underwater – Es Ist Erwacht” nicht aus dramaturgischen Überlegungen entstanden ist, sondern aus einer Mischung aus Verfügbarkeit, Marketingkalkulation und der Hoffnung, ein interessantes Ensemble werde das dünne Material tragen.

Es trägt es nicht. Oder nur knapp.

Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?

Ein kurzer Blick auf die Karrierewege der zentralen Darsteller:

Kristen Stewart

  • Begann im Mainstream-Blockbuster-Kino mit der „Twilight”-Reihe
  • Konsequente Bewegung in Richtung Independent-Film und Arthouse
  • Bemerkenswerte Ergebnisse in Filmen wie „Certain Women” und „Spencer”
  • „Underwater” wirkt wie ein Ausflug zurück ins Genrekino – eine Neugier-Entscheidung, die sich auf der Leinwand neutral anfühlt

Vincent Cassel

  • Seit Jahrzehnten ein verlässlicher Qualitätsanker im europäischen und internationalen Kino
  • Filmografie umfasst herausfordernde, ungewöhnliche Figuren
  • Dass er in einem Unterwasser-Horrorfilm landet, ist keine Überraschung – dass er dabei so wenig zu tun bekommt, schon

T.J. Miller

  • Ein Komiker mit Timing, der in Ensembles funktioniert, wenn er nicht zum tragenden Element werden muss
  • „Underwater” nutzt ihn wie ein Comic-Relief-Template – kein Wachstum, keine Überraschung

Jessica Henwick und Mamoudou Athie

  • Beide in einer aufstrebenden Phase ihrer Karriere, mit echten Möglichkeiten
  • Beide brauchen Material, das ihnen Raum gibt – „Underwater” ist dieses Material nicht

Vergleichbar konstruierte Ensembles und verschwendetes Potenzial lassen sich auch in der Besetzung von Final Destination 5 beobachten.

Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?

Ehrliche Antwort: bedingt.

Der Film startet so schnell, dass er keine Zeit lässt, die Gruppe als Gruppe einzuführen. Man versteht innerhalb von Minuten, wer Protagonist ist und wer Begleitung – aber man versteht nicht, warum diese Menschen miteinander verbunden sind, was sie verbindet, was sie voneinander halten. Das ist ein Problem für jeden Ensemblefilm, besonders für einen Horrorfilm, dessen emotionale Wirkung davon abhängt, dass man um die Figuren bangt.

Stewart und Henwick entwickeln eine zaghafte Verbindung, die ansatzweise glaubwürdig wirkt. Cassel bleibt auf Distanz – was narrativ vielleicht beabsichtigt ist, dramaturgisch aber bedeutet, dass er nie Teil des Ensembles wird. Miller stört mehr als er bindet. Athie und Wright verschwinden zu früh.

Das Ergebnis ist ein Cast, der parallel arbeitet, aber selten gemeinsam. Eine Einheit, die wie eine Einheit aussieht, ohne sich wie eine zu verhalten. Ob das an der Inszenierung liegt, am Drehbuch oder am Tempo des Films – die Konsequenz ist dieselbe: Man beobachtet Überlebende, man fiebert nicht mit ihnen.

Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem?

„Underwater” ist nicht der offensichtlichste Fall eines Films, der Botschaft über Erzählung stellt. Aber er ist ein symptomatisches Beispiel für eine bestimmte Art von modernem Genrekino: Produktionen, die formal die richtigen Entscheidungen treffen – weibliche Hauptfigur, diverses Ensemble, kein romantischer Subplot – und dabei vergessen, dass diese Entscheidungen nur dann bedeutsam sind, wenn die Geschichte selbst Bedeutung trägt.

Kristen Stewart als Mechanikerin in der Hauptrolle ist eine legitime Besetzungsentscheidung. Sie ist auch ein Signal. Das Problem entsteht, wenn das Signal lauter ist als die Figur. Wenn man nach dem Film vor allem über die Casting-Logik diskutiert statt über Nora Price als Charakter, hat die Produktion etwas verwechselt: Sie hat Statement mit Erzählung verwechselt.

Das ist kein ideologischer Vorwurf. Es ist ein handwerklicher. Gute Charaktere entstehen nicht durch die richtigen Kategorien, sondern durch gut geschriebene Szenen, konsequente Psychologie und Zeit. „Underwater” hat für das alles keine Zeit. Er rennt. Und manchmal rennt er an seiner eigenen Geschichte vorbei.

Das ist das eigentliche Problem der Besetzung von „Underwater – Es Ist Erwacht”: Nicht, wen man besetzt hat – sondern was man diesen Schauspielerinnen und Schauspielern zu spielen gegeben hat.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt die Hauptrolle in „Underwater – Es Ist Erwacht”?

Kristen Stewart spielt Nora Price, eine Mechanikerin auf einer Unterwasserstation, die nach einem Erdbeben ums Überleben kämpft. Sie ist die zentrale Figur des Films.

Wer gehört sonst noch zur Besetzung von „Underwater – Es Ist Erwacht”?

Das Cast umfasst Vincent Cassel als Captain Lucien, T.J. Miller als Paul Abel, Jessica Henwick als Emily Haversham, John Gallagher Jr. als Liam Smith, Mamoudou Athie als Rodrigo und Gunner Wright als Lee Miller.

Welcher Schauspieler überzeugt am meisten in „Underwater – Es Ist Erwacht”?

Kristen Stewart liefert die stärkste Leistung des Ensembles – physisch präsent und glaubwürdig unter Extrembedingungen. Allerdings limitiert das Drehbuch auch sie erheblich. Vincent Cassel und Jessica Henwick sind solide, kommen aber über ihre Funktion im Skript nicht hinaus.

Lohnt sich „Underwater – Es Ist Erwacht” trotz der Schwächen?

Als kurzweiliger Unterwasser-Horrorfilm mit solidem Tempo und ansehnlichem Cast ist er konsumierbar. Wer tiefe Charakterentwicklung oder komplexe Dramaturgie erwartet, wird enttäuscht. Wer 95 Minuten Tiefsee-Bedrohung akzeptiert, bekommt solides Genre-Handwerk – nicht mehr, nicht weniger.

Hat „Underwater – Es Ist Erwacht” eine deutsche Synchronisation?

Ja. Der Film ist mit einer deutschen Synchronisation erschienen. Informationen zu den Synchronsprechern und der deutschen Synchronkartei sind unter anderem auf synchronkartei.de verfügbar.

Ist die Besetzung von „Underwater – Es Ist Erwacht” ein dramaturgischer oder strategischer Entscheid?

Beides, wahrscheinlich. Das Ensemble ist kompetent und auf dem Papier interessant zusammengestellt. Ob die einzelnen Casting-Entscheidungen primär aus erzählerischer Logik entstanden oder auch mit Blick auf Signalwirkung und Marketingkalkulation getroffen wurden, lässt der Film selbst offen. Die Konsequenz ist jedenfalls, dass das Potenzial des Casts größtenteils ungenutzt bleibt.

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