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Bundestag beschließt Reform der privaten Altersvorsorge – Riester-Rente wird ab 2027 ersetzt

Der Bundestag hat eine umfassende Reform der privaten Altersvorsorge beschlossen und damit das Ende der bisherigen Riester-Rente eingeläutet. Ab dem 1. Januar 2027 soll ein neues staatlich gefördertes Vorsorgemodell die bisherige Riester-Rente ersetzen. Die Regierungskoalition aus Union und SPD stimmte für die Reform, während die Linkspartei dagegen votierte. Grüne und AfD enthielten sich.

Neues Vorsorgemodell soll flexibler und renditestärker sein

Nach Angaben der Bundesregierung soll das neue System günstiger, flexibler und vor allem renditestärker sein als die bisherige Riester-Rente, die in den vergangenen Jahren zunehmend in die Kritik geraten war. Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bezeichnete die Reform als „wirklichen Meilenstein“ und betonte, dass sich private Altersvorsorge künftig „wirklich ab dem ersten Euro“ lohnen solle.

Geplant ist ein neues Standardprodukt mit gedeckelten Verwaltungskosten, das vor allem Menschen mit kleineren Einkommen den Einstieg in die private Altersvorsorge erleichtern soll. Dieses Produkt soll von einem öffentlichen Träger angeboten werden und besonders einfach und verständlich aufgebaut sein.

Mehrere Modelle geplant – auch ohne Garantien

Das neue System soll mehrere Varianten der Altersvorsorge ermöglichen. Neben einem Modell mit 100-prozentiger Beitragsgarantie ist auch eine Variante mit 80-prozentiger Garantie geplant. Zusätzlich soll es ein Altersvorsorgedepot ohne Garantien geben, das stärker am Kapitalmarkt investiert und damit höhere Renditen ermöglichen kann, allerdings auch mit mehr Risiko verbunden ist.

Ein wichtiger Punkt der Reform ist außerdem, dass künftig auch Selbstständige in das staatlich geförderte System einbezogen werden sollen. Die genaue Ausgestaltung soll jedoch noch in einer Verordnung festgelegt werden.

Staatliche Förderung mit Zuschüssen

Auch die staatliche Förderung wird neu geregelt. Für Sparbeträge bis zu 360 Euro im Jahr erhalten Sparer künftig 50 Cent staatlichen Zuschuss pro eingezahltem Euro. Für Beträge zwischen 360 und 1.800 Euro beträgt die Förderung 25 Cent pro eingezahltem Euro. Die maximale Grundzulage liegt damit bei 540 Euro pro Jahr.

Zusätzlich bleibt ein Kinderzuschlag möglich. Dieser kann bereits ab einem Sparbeitrag von 25 Euro im Monat erreicht werden und beträgt 300 Euro jährlich pro Kind.

Reform muss noch durch den Bundesrat

Bevor das Gesetz endgültig in Kraft treten kann, muss noch der Bundesrat zustimmen. Die Bundesregierung plant, dass das neue Vorsorgesystem ab dem 1. Januar 2027 startet und die Riester-Rente damit endgültig ablöst.

Die Reform gilt als einer der größten Umbauten der privaten Altersvorsorge in Deutschland seit Einführung der Riester-Rente Anfang der 2000er-Jahre. Ob das neue System tatsächlich mehr Menschen zum privaten Sparen bewegt, wird sich jedoch erst in den kommenden Jahren zeigen.

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