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Besetzung von Wickie auf Grosser Fahrt

Besetzung von Wickie auf Grosser Fahrt

Wickie auf großer Fahrt ist eine Geschichte, die man kennt, bevor man sie kennt. Der kleine Wikingerjunge mit den schnellen Gedanken und den langsamen Fäusten – eine Ikone aus der japanisch-deutschen Zeichentrickserie der 1970er Jahre. 2011 brachte Regisseur Christian Ditter mit diesem Sequel zum ersten Realfilm Wickie und die starken Männer eine Fortsetzung in die deutschen Kinos, diesmal als 3D-Abenteuerfilm, produziert von Constantin Film. Die Geschichte um Wickie, seinen Vater Halvar und eine Wikingertruppe auf großer Fahrt klingt nach leichter Familienunterhaltung – und das ist sie auch, meistens. Doch wer den Cast genauer betrachtet, stellt fest: Hinter den Besetzungsentscheidungen steckt mehr Kalkül als man beim ersten Hinsehen vermutet. Das ist nicht unbedingt ein Problem – aber es ist eines, das man nicht ignorieren sollte.

Die Besetzung von Wickie auf großer Fahrt – zwischen Anspruch und Konstruktion

Die Besetzung von Wickie auf großer Fahrt folgt einer Logik, die man aus vielen deutschen Kinderfilm-Produktionen kennt: Man nimmt einen verlässlichen Kinderdarsteller für die Titelrolle, umgibt ihn mit bekannten deutschen Charakterdarstellern für Komik und Gewicht, und setzt auf internationale Namen, um eine gewisse Strahlkraft zu erzeugen. Das Ergebnis ist ein Cast, der handwerklich funktioniert – aber selten wirklich überrascht.

Jonas Hämmerle als Wickie ist die naheliegende Wahl: Er war bereits im ersten Film dabei, das Publikum kennt ihn in der Rolle, die Kontinuität ist gesichert. Das ist vernünftig. Die Frage ist nur, ob Vernunft allein ausreicht, um eine Figur lebendig werden zu lassen. Bei Hämmerle ist die Antwort: meistens ja, manchmal nein.

Die deutschen Darsteller rund um ihn – darunter Waldemar Kobus und Christoph Maria Herbst – bringen professionelle Verlässlichkeit mit, spielen aber in Rollen, die ihnen wenig Raum lassen, über das Funktionale hinauszugehen. Man sieht Schauspieler, die wissen, was sie tun. Man sieht seltener, wie sie eine Figur entdecken.

Das eigentliche Fragezeichen im Cast ist Rasmus Hardiker in einer der zentralen Nebenrollen. Er bringt eine andere Energie mit – rauer, weniger glattgeschliffen – und ist damit im Ensemble ein kleiner Ausreißer nach oben. Aber auch er kann nicht verhindern, dass der Film an manchen Stellen eher Szenenfolge als Geschichte wirkt.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Der Schuh des Manitu.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Jonas Hämmerle Wickie 6/10 Sympathisch und präsent, aber selten überraschend. Die Rolle sitzt, die Figur wächst kaum.
Waldemar Kobus Halvar 6/10 Solide Verlässlichkeit. Komisch, wenn nötig – aber die Figur bleibt Funktion.
Christoph Maria Herbst Sven 7/10 Einer der wenigen, die aus wenig Material etwas Eigenes machen.
Rasmus Hardiker Nebenrolle 7/10 Bringt echte Energie und eine Textur, die den Rest des Casts manchmal schärfer erscheinen lässt.
Dolores Chaplin Hildur 5/10 Ästhetisch passend besetzt, charakterlich aber zu wenig ausgearbeitet.
Moritz Bleibtreu Sven / Gastrolle 6/10 Erkennbarer Name, begrenzter Raum. Präsenz ohne dramaturgische Notwendigkeit.

Hinweis: Die Tabelle enthält nur Schauspieler, die in den genannten Quellen eindeutig zur Besetzung von Wickie auf großer Fahrt gezählt werden.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Jonas Hämmerle als Wickie

Jonas Hämmerle verkörpert Wickie zum zweiten Mal, und man merkt das. Die Unsicherheit des ersten Films ist weg, die Gesten sitzen, der Rhythmus stimmt. Hämmerle spielt einen Jungen, der klüger ist als die Erwachsenen um ihn herum – ein klassisches Kindheitshelden-Konstrukt, das sowohl Stärke als auch Schwäche des Films ist. Die Stärke: Es gibt echte Momente, in denen man ihm abnimmt, dass er denkt, während die anderen reagieren. Die Schwäche: Die Rolle ist so angelegt, dass Wickie immer recht behält. Das macht ihn zur Funktion des Plots, nicht zu einem Charakter mit echten Widersprüchen.

Wenn die Geschichte ihm Raum lässt – in ruhigeren Szenen, in denen er mit Halvar spricht oder allein auf dem Wikingerschiff sitzt – zeigt Hämmerle, dass er mehr kann als das Script verlangt. Aber der Film fragt selten danach.

Bewertung: 6/10

Waldemar Kobus als Halvar

Halvar ist die Vaterfigur, der grobe Wikinger mit dem weichen Kern – und damit eine Rolle, die man aus hundert anderen Familienfilmen kennt. Waldemar Kobus spielt ihn mit der nötigen körperlichen Präsenz und einem guten Timing für komische Momente. Was fehlt, ist das Unvorhersehbare. Halvar überrascht nie. Er ist der Vater, der lernt, auf seinen Sohn zu hören – das ist der Bogen, den man von der ersten Szene an kennt, und der Film weicht ihm nicht aus. Kobus macht das Beste aus einer Rolle, die das Drehbuch nicht wirklich gefordert hat.

Bewertung: 6/10

Einen ähnlichen Blick auf Ensemble-Dynamik und Charakterlogik bietet auch der Artikel über die Besetzung von Manta Manta.

Christoph Maria Herbst als Sven

Herbst ist einer der wenigen im Cast, der eine merkliche Eigenheit in seine Figur einbringt. Sven ist keine große Rolle, aber Herbst spielt ihn mit einer leicht schiefen Energie, die den Charakter interessanter macht als geschrieben. Er übertreibt nicht – was bei einem Kinderfilm eine echte Leistung ist. Man glaubt ihm die Figur nicht vollständig, aber man sieht ihr gerne zu. Das ist mehr als bei einigen seiner Kollegen.

Bewertung: 7/10

Rasmus Hardiker

Hardiker bringt eine britische Rauheit mit, die im ansonsten sehr auf Familienfreundlichkeit polierten Ensemble auffällt. Er wirkt weniger kalkuliert, weniger auf Wirkung bedacht – und das verleiht seinen Szenen eine Natürlichkeit, die dem Film gut tut. Ob das an seiner Spielweise liegt oder daran, dass er weniger unter dem Druck steht, eine bekannte Figur zu bedienen, lässt sich schwer sagen. Ergebnis ist dasselbe: Er ist einer der glaubwürdigeren Darsteller im Cast.

Bewertung: 7/10

Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?

Wickie auf großer Fahrt hat – wie die meisten Kinderfilm-Produktionen dieses Formats – ein Nebenrollen-Problem: Die Figuren sind nach ihrer Funktion benannt, nicht nach ihrer Persönlichkeit. Es gibt den komischen Wikinger, den ängstlichen Wikinger, den starken Wikinger, den tollpatschigen Wikinger. Diese Typisierung ist eine bewusste dramaturgische Entscheidung, die auf das Zeichentrick-Original verweist – aber sie kostet die Darsteller den Raum, echte Charaktere zu spielen.

Dolores Chaplin als Hildur ist ein Beispiel dafür, wie ein Casting ästhetisch kohärent und dramaturgisch leer zugleich sein kann. Die Figur ist schön, sie ist stark, sie ist da. Aber warum sie ist, wie sie ist – das beantwortet der Film nicht. Hildur ist ein Entwurf, kein Mensch.

Die Wikinger-Truppe als Ensemble hat Witz, keine Frage. Einzelne Szenen funktionieren gut, weil die Darsteller ihr Timing kennen und sich gegenseitig Raum lassen. Aber als Charaktere im eigentlichen Sinne – als Menschen mit Motiven, die über die nächste Pointe hinausgehen – sind sie wenig ausgearbeitet. Sie sind Nordmänner als Theatertypen.

Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?

  • Jonas Hämmerle begann seine Karriere früh und wurde durch die Wickie-Filme einem größeren Publikum bekannt. Die Frage, die sich nach dem zweiten Film stellte, war, ob er den Übergang vom Kinderstar zum ernsthaften Jugend- oder Erwachsenendarsteller schaffen würde. Das ist ein Weg, den wenige glatt gehen.
  • Waldemar Kobus ist ein Charakterdarsteller, der immer wieder in ähnlichen Rollen besetzt wird: der bärbeißige Kerl mit Herz, der Hüne mit Timing. Das ist keine Kritik an seiner Leistung – er macht diese Rollen gut. Aber es ist ein Muster, das sich durch seine Filmografie zieht und in Wickie auf großer Fahrt konsequent fortschreibt.
  • Christoph Maria Herbst ist eine der interessanteren Karrieren im deutschen Film- und Fernsehgeschäft. Er hat gezeigt, dass er breiter spielen kann als seine bekanntesten Rollen vermuten lassen. In Wickie auf großer Fahrt wird dieses Potenzial nur ansatzweise abgerufen.
  • Rasmus Hardiker ist im deutschsprachigen Raum weniger bekannt, hat aber in britischen Produktionen eine Verlässlichkeit gezeigt, die ihn von vielen deutschen Nachwuchsdarstellern unterscheidet.

Was die Filmografie der Beteiligten insgesamt zeigt: Wickie auf großer Fahrt war für niemanden ein wirklicher Wendepunkt. Es war eine gut bezahlte, professionell gemachte Arbeit in einem verlässlichen Franchise – und wurde von den meisten Beteiligten auch so behandelt.

Vergleichbare Überlegungen zu Familienfilm-Casting und Charakterlogik finden sich auch im Artikel über die Besetzung von My Girl – Meine erste Liebe.

Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?

Kurzantwort: teilweise.

Die Szenen, in denen das Ensemble zusammen auf dem Wikingerschiff agiert, haben einen Rhythmus, der funktioniert. Die Darsteller kennen ihre Rollen, sie kennen ihr Timing, und Regisseur Christian Ditter versteht es, komödiantische Szenen ohne Übersteuerung zu inszenieren. Das ist handwerklich solide.

Was fehlt, ist die organische Chemie – das Gefühl, dass diese Menschen (oder Wikinger) tatsächlich zusammengehören, weil sie das müssen und nicht, weil das Script es verlangt. Die Beziehung zwischen Wickie und Halvar ist die emotionale Achse des Films, und sie funktioniert am besten, wenn beide Darsteller Raum haben. In den Actionszenen – die im 3D-Format naturgemäß viel Raum einnehmen – geht diese Achse oft verloren.

Das Ensemble ist professionell. Es ist nicht unbedingt lebendig.

Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem?

Wickie auf großer Fahrt ist kein Film, der ideologisch überladen ist – das muss man klar sagen. Aber er hat ein verwandtes Problem: Er weiß genau, was er sein will, und das wissen merkt man ihm an. Die Geschichte vom klugen Kind, das die Stärke des Geistes über die Stärke der Fäuste stellt; der Junge, der seinen Vater durch Weisheit beeindruckt; das Familienteam, das nur durch Zusammenarbeit gewinnt – das sind Botschaften, die vor der Geschichte stehen, nicht hinter ihr.

In guten Familienfilmen wachsen solche Botschaften aus der Geschichte heraus. Man merkt sie erst, wenn der Film zu Ende ist. In Wickie auf großer Fahrt sind sie von Anfang an sichtbar. Das ist kein schweres Vergehen – es ist ein Kinderfilm, kein Arthaus-Drama. Aber es erklärt, warum die Figuren so selten überraschen: Sie dürfen es nicht, weil sie sonst die Botschaft gefährden würden.

Das ist ein Muster, das man in vielen Familienproduktionen dieser Ära findet – besonders in deutschen und deutsch-koproduzierten Kinofilmen der 2000er und 2010er Jahre. Die Absicht ist gut. Das Ergebnis ist eine Geschichte, die funktioniert, aber nicht atmet.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Wickie auf großer Fahrt

Wer spielt die Hauptrolle in Wickie auf großer Fahrt?

Jonas Hämmerle spielt Wickie, die Titelrolle des Films. Er verkörperte die Figur bereits im ersten Film Wickie und die starken Männer und kehrt hier zum zweiten Mal in die Rolle zurück.

Wer spielt Halvars Rolle in Wickie auf großer Fahrt?

Waldemar Kobus spielt Halvar, Wickies Vater und Anführer der Wikingertruppe. Er bringt die nötige körperliche Präsenz mit, bleibt aber in einer Rolle gefangen, die das Drehbuch nicht wirklich herausfordert.

Was ist die stärkste schauspielerische Leistung im Film?

Christoph Maria Herbst und Rasmus Hardiker sind die auffälligsten Positionen im Cast. Beide schaffen es, ihren Figuren eine Eigenheit zu geben, die über das rein Funktionale hinausgeht – wenn auch mit unterschiedlichen Mitteln.

Lohnt sich Wickie auf großer Fahrt als Familienfilm?

Als Kinderfilm und Familienunterhaltung erfüllt er seinen Zweck solide. Die Besetzung ist professionell, die Inszenierung routiniert, und das 3D-Format war für das Zielpublikum 2011 ein echter Anreiz. Wer tiefe Charakterstudien oder unvorhersehbare Dramaturgie sucht, ist hier falsch. Wer 90 Minuten angenehme Wikinger-Abenteuer sucht, ist richtig.

Wo kann man Wickie auf großer Fahrt streamen?

Der Film ist unter anderem bei Amazon Prime und Apple TV verfügbar – je nach aktuellem Angebot im deutschsprachigen Raum.

Hat die Besetzung etwas mit dem Zeichentrick-Original zu tun?

Nein. Die Realfilm-Besetzung orientiert sich an den Charakteren der Originalvorlage – also Wickie und die starken Männer als Zeichentrickserie –, aber es gibt keine inhaltlichen Verbindungen zur Originalbesetzung der Synchronsprecher. Die Filmfiguren sind Neuinterpretationen für den Kinofilm.

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