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Besetzung von Red, White and Royal Blue Film

Besetzung von Red, White and Royal Blue Film

Ein Liebesfilm über den Sohn der US-Präsidentin und den britischen Prinzen. Klingt nach Märchen, fühlt sich manchmal auch so an – und zwar nicht immer im guten Sinne. Red, White and Royal Blue (2023), der Amazon Original-Streamingfilm nach dem gleichnamigen Roman von Casey McQuiston, hat seit seinem Erscheinen auf Amazon Prime Video eine treue Fangemeinde gefunden. Die Frage, die ein nüchterner Blick stellen muss: Funktioniert das Ganze als Film – oder primär als Haltung?

Regisseur Matthew Lopez, der auch das Drehbuch adaptiert hat, hat ein Produkt geliefert, das gut aussieht, angenehm besetzt ist und sich um queere Sichtbarkeit bemüht. Das ist nicht nichts. Aber es reicht als Analyse nicht aus. Wer sich die Besetzung von Red, White and Royal Blue Film genauer anschaut, stellt fest: Hier wurde mit Bedacht gewählt – manchmal zu viel Bedacht, manchmal mit echtem Gespür für Figuren. Beides lässt sich belegen.

Die Besetzung von Red, White and Royal Blue Film – zwischen Anspruch und Konstruktion

Der Cast von Red, White and Royal Blue ist auf den ersten Blick kompetent zusammengestellt. Taylor Zakhar Perez und Nicholas Galitzine als Hauptdarsteller, dazu Uma Thurman in einer staatstragenden Nebenrolle, Stephen Fry als britisches Königshaus-Inventar, Rachel Hilson und Sarah Shahi in unterstützenden Funktionen. Ein Ensemble, das Signale sendet, bevor die erste Szene gedreht wurde.

Das ist nicht automatisch ein Problem. Casting ist immer auch Kommunikation. Die Frage ist, ob diese Kommunikation der Geschichte dient oder an ihrer Stelle steht.

Bei Red, White and Royal Blue fällt auf: Die Schauspieler sind sorgfältig nach Repräsentationslogik ausgewählt worden – was man ihnen auf einer gesellschaftlichen Ebene nicht vorwerfen kann. Auf einer dramaturgischen Ebene aber entsteht manchmal der Eindruck, dass Figuren weniger als Menschen konzipiert wurden, sondern als Träger von Positionen. Alex Claremont-Diaz ist birassialer Sohn einer latinostämmigen Präsidentin. Prinz Henry ist der reprimierte, klassisch britische Erbe. Beide Figuren haben Konturen – aber die Konturen wirken an manchen Stellen eher gezeichnet als gewachsen.

Die Frage, die sich ein ernsthafter Filmkritiker stellen muss: Sind das Charaktere, die man verstehen will – oder Konzepte, die man unterstützen soll?

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Marry Me – einem weiteren romantischen Komödienfilm mit ähnlicher Genrelogik.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Taylor Zakhar Perez Alex Claremont-Diaz 6/10 Charismatisch, aber gelegentlich mehr Energie als Tiefe
Nicholas Galitzine Prinz Henry 7/10 Überraschend nuanciert in einer konzeptionell steifen Rolle
Uma Thurman Präsidentin Ellen Claremont 6/10 Präsenz vorhanden, Figur zu skizzenhaft für ihre Möglichkeiten
Stephen Fry König Wilhelm 5/10 Solide, aber weitgehend funktional – kaum mehr als Kulisse
Rachel Hilson Nora Holleran 6/10 Angenehm, wirkt jedoch wie eine narrative Hilfskonstruktion
Sarah Shahi Dr. Pilar Okonkwo-Claremont 5/10 Wenig Raum, kaum Entwicklung – eine Funktion, keine Figur

Die Hauptdarsteller im Fokus

Taylor Zakhar Perez als Alex Claremont-Diaz

Perez ist kein Unbekannter im romantischen Genre – The Kissing Booth 2 und 3 haben ihn als Leading Man etabliert, allerdings in einem Format, das keine besonderen dramaturgischen Anforderungen stellt. In Red, White and Royal Blue spielt er Alex Claremont-Diaz, den Sohn der US-Präsidentin: ehrgeizig, impulsiv, politisch aufgeladen.

Die Leistung ist solide. Perez bringt echtes körperliches Charisma mit und schafft es, die Szenen mit Galitzine mit echtem Tempo zu füllen. Das Problem liegt tiefer: Alex ist als Figur so mit Qualitäten ausgestattet, dass er wenig Platz für Fehler hat. Ein Charakter ohne glaubwürdige Schwächen ist schwer zu spielen – und schwer zu lieben. Perez gibt, was möglich ist. Aber das Drehbuch gibt ihm nicht genug Widerstand.

Bewertung: 6/10

Nicholas Galitzine als Prinz Henry

Galitzine ist die eigentliche Überraschung dieser Produktion. Prinz Henry ist auf dem Papier eine Figur, die leicht ins Klischee gleiten könnte: der kühle, unterdrückte britische Royal, der lernt, er selbst zu sein. Das ist keine neue Erzählung.

Galitzine aber spielt Henry mit einer Zurückhaltung, die tatsächlich etwas verrät. Es gibt Momente – vor allem in den ruhigeren Szenen – in denen man den Eindruck hat, dass da jemand spielt, nicht performt. Die Figur bleibt strukturell eine Konstruktion, aber Galitzine verleiht ihr gelegentlich echtes Gewicht. Er ist der Darsteller im Cast von Red, White and Royal Blue, der am meisten aus seinem Material herausholt.

Bewertung: 7/10

Uma Thurman als Präsidentin Ellen Claremont

Uma Thurman in einer Streamingproduktion zu sehen, weckt Erwartungen. Thurman hat gezeigt, dass sie Figuren mit Komplexität füllen kann. Hier bekommt sie eine Rolle, die vor allem Funktion ist: die mächtige Mutter, die Präsidentin, die Konfliktursache.

Das Potenzial wird nicht ausgeschöpft. Thurman ist präsent, sie hat Autorität, und in einzelnen Momenten spürt man, was hier möglich gewesen wäre. Aber das Drehbuch behandelt ihre Figur als narrativen Hebel, nicht als Person. Das ist eine Verschwendung einer Darstellerin, die mehr kann als das.

Bewertung: 6/10

Stephen Fry als König Wilhelm

Stephen Fry spielt König Wilhelm mit der erwartbaren Würde und dem trockenen Humor, den man von ihm kennt. Das ist kompetent. Mehr nicht. Die Figur existiert, um das britische Königshaus zu personalisieren, ohne es wirklich zu zeigen. Fry füllt die Rolle aus – aber sie lässt ihn kaum atmen.

Bewertung: 5/10

Einen ähnlich kritischen Blick auf die Besetzung eines britisch geprägten Ensembles bietet der Artikel über die Besetzung von Downton Abbey Film.

Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?

Die Nebenrollen im Red, White and Royal Blue Film leiden unter einem strukturellen Problem des Drehbuchs: Sie existieren überwiegend, um die Hauptfiguren zu beleuchten, nicht um selbst zu leuchten.

Rachel Hilson als Nora Holleran ist die beste Freundin und Beraterin von Alex. Sie ist sympathisch, intelligent und gut gespielt – aber ihre Funktion ist klar markiert. Sie erklärt, kommentiert, stabilisiert. Ein eigenständiges inneres Leben bekommt sie nicht zugestanden.

Sarah Shahi als Dr. Pilar Okonkwo-Claremont hat ähnlich wenig Spielraum. Ihre Figur ist erkennbar wichtig für die emotionale Geographie der Geschichte – aber der Film interessiert sich nicht wirklich für sie.

Das ist ein typisches Problem bei Romanverfilmungen, die einen klar fokussierten Blickwinkel aus dem Ausgangswerk übernehmen: Alle, die nicht Hauptfigur sind, werden zu Satelliten. In einem Roman funktioniert das, weil innere Monologe Tiefe schaffen. Im Film fehlt diese Ebene – und die Nebenrollen wirken deshalb dünn.

Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?

Taylor Zakhar Perez bewegt sich seit The Kissing Booth 2 (2020) in einem relativ engen Genre-Korridor. Red, White and Royal Blue ist sein bislang anspruchsvollster Hauptpart – aber er bleibt im romantischen Bereich. Die Frage, ob er Zugang zu komplexerem dramatischem Material findet oder dauerhaft als Leading Man in Streamingkomödien besetzt wird, ist noch offen. Das Potenzial ist erkennbar. Der nächste Schritt steht aus.

  • The Kissing Booth 2 (2020)
  • The Kissing Booth 3 (2021)
  • Red, White and Royal Blue (2023)

Nicholas Galitzine hat eine ähnliche Ausgangslage, zeigt aber – sowohl hier als auch in früheren Arbeiten – eine Bereitschaft, Figuren zu untersuchen statt zu spielen. Das ist ein gutes Zeichen. Ob er die Rollen bekommt, die das bestätigen können, bleibt abzuwarten.

  • Red, White and Royal Blue (2023)

Uma Thurman ist eine Schauspielerin mit einem der interessantesten Filmografien ihrer Generation. Dass sie sich in einem Amazon Original in einer Nebenrolle mit wenig Material befindet, ist keine Kritik an ihr – aber es ist ein Zeichen dafür, wie sich die Landschaft für Schauspielerinnen jenseits der 50 im Streaming-Bereich darstellt.

Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?

Das ist die ehrlichste Frage, die man stellen kann – und die Antwort ist: teilweise.

Perez und Galitzine haben Chemie. Das ist nicht selbstverständlich und nicht unwesentlich für einen Liebesfilm. Die Szenen zwischen beiden funktionieren am besten, wenn das Drehbuch ihnen Raum lässt und nicht permanent auf die thematische Ebene zeigt. Es gibt Momente echter Leichtigkeit, einzelne Szenen, in denen die romantische Komödie tatsächlich das ist, was sie sein will.

Das Ensemble als Ganzes aber wirkt weniger wie eine zusammengewachsene Gruppe von Figuren, die sich gegenseitig beeinflussen, sondern wie ein sorgfältig arrangiertes Set von Positionen. Jede Figur steht für etwas. Nicht jede Figur lebt.

Die deutsche Synchronisation hat dabei die zusätzliche Aufgabe, Timing und Ton der Originalperformances zu transportieren – was bei Komödien immer ein Risiko ist. Wer die Möglichkeit hat, sollte den Originalton vorziehen, allein um die Nuancen bei Galitzine nicht zu verlieren.

Mehr zur Frage, wie Ensembles in Romanverfilmungen funktionieren oder scheitern, bietet der Artikel über die Besetzung von Arielle die Meerjungfrau 2023.

Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem?

Red, White and Royal Blue ist kein schlechter Film. Das sollte hier klar gesagt werden. Er ist angenehm anzusehen, gut produziert, und er meint es ehrlich mit seinen Figuren.

Aber er leidet unter einem Muster, das in vielen modernen queeren Filmen und Streamingproduktionen der letzten Jahre zu beobachten ist: Das Bemühen um Relevanz verdrängt stellenweise die Bereitschaft, Geschichte einfach Geschichte sein zu lassen. Der Film möchte sichtbar sein, möchte etwas bedeuten, möchte ein Statement machen. Das ist verständlich, vielleicht sogar notwendig – historisch betrachtet ist queeres Kino lange unterrepräsentiert gewesen.

Aber ein Film, der primär beweisen will, dass er existieren darf, verliert dabei manchmal den Blick dafür, ob er als Film funktioniert. Die besten Szenen in Red, White and Royal Blue sind jene, in denen man das Konzept vergisst und einfach zwei Menschen beobachtet, die sich näherkommen. Diese Szenen gibt es. Sie sind allerdings seltener als wünschenswert.

Matthew Lopez als Regisseur und Drehbuchautor hat solides Handwerk geliefert. Die Romanverfilmung ist näher am Original als viele Adaptionen – was Fans von Casey McQuiston freuen wird, aber filmisch manchmal bedeutet, dass die Mechaniken des Romans (innerer Monolog, erzählerische Distanz) im Film schlicht fehlen und durch keine adäquate filmische Entsprechung ersetzt wurden.

FAQ: Besetzung von Red, White and Royal Blue Film

Wer spielt die Hauptrollen in Red, White and Royal Blue?

Die beiden Hauptrollen übernehmen Taylor Zakhar Perez als Alex Claremont-Diaz, Sohn der US-Präsidentin, und Nicholas Galitzine als Prinz Henry. Beide sind die zentrale Achse des Films.

Wer spielt die Präsidentin in Red, White and Royal Blue?

Uma Thurman spielt Präsidentin Ellen Claremont, die Mutter von Alex. Die Rolle ist prominent besetzt, aber im Drehbuch strukturell unterentwickelt.

Ist der Cast von Red, White and Royal Blue überzeugend?

Differenziert betrachtet: Galitzine ist die stärkste Leistung des Films. Perez ist solide, aber nicht gefordert genug. Die Nebenrollen bleiben überwiegend funktional.

Lohnt sich Red, White and Royal Blue auf Amazon Prime Video?

Für Fans des Romans von Casey McQuiston und des romantischen Komödien-Genres: ja. Wer tiefere Charakterarbeit und dramaturgische Komplexität erwartet, wird eher enttäuscht.

Gibt es eine Fortsetzung – Red White and Royal Wedding?

Es gibt Berichte und Diskussionen über eine mögliche Fortsetzung, die unter dem Arbeitstitel Red, White and Royal Wedding kursiert. Bestätigt und produziert ist zum aktuellen Stand nichts Gesichertes.

Welche Sprache empfiehlt sich – Original oder deutsche Synchronisation?

Wer die Wahl hat: Originalton. Besonders Galitzines Performance gewinnt im englischen Original. Die deutsche Synchronisation ist handwerklich in Ordnung, aber Timing-Verluste sind unvermeidbar.

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