Es gibt Filmreihen, die man sich anschaut und sofort spürt: Hier wurde mit Bedacht besetzt. Und dann gibt es solche, bei denen man sich fragt, ob die Besetzungsentscheidungen nicht doch eher aus einem Konferenzraum stammen als aus einem kreativen Instinkt. Die Es Filmreihe – basierend auf Stephen Kings gleichnamigem Roman – bewegt sich genau auf dieser Grenze. Drei Adaptionen, drei Generationen von Darstellern, ein einziger tanzender Clown im Mittelpunkt. Die Frage ist nicht, ob das Ensemble talentiert ist. Die meisten sind es. Die Frage ist, ob die Besetzung dem Film dient – oder ob der Film der Besetzung dient.
Von der Miniserie aus dem Jahr 1990 über Es Teil 1 (2017) bis zu Es Teil 2 (2019): Die Filmreihe hat sich in der Besetzungsstrategie verändert. Was dabei gewonnen und was verloren wurde, lohnt sich genauer anzuschauen.
Die Besetzung von Es Filmreihe – zwischen Anspruch und Konstruktion
Die Besetzung von Es Filmreihe ist auf den ersten Blick beeindruckend. Namhafte Schauspieler, solide Kinderdarsteller, dazu eine Figur – Pennywise –, die in der Popkultur längst Ikonenstatus hat. Und doch bleibt bei näherer Betrachtung ein Unbehagen.
Die Miniserie von 1990, produziert für das amerikanische Fernsehen und in Deutschland unter dem Titel Stephen Kings Es bekannt, war in erster Linie ein Vehikel für Tim Curry. Sein Pennywise definierte die Rolle für eine ganze Generation – nicht weil die Produktion rundherum besonders stark war, sondern weil Curry eine Energie mitbrachte, die das schwache Serienformat überstrahlte. Die restliche Besetzung war solide, aber kaum mehr als das. Die erwachsenen Mitglieder des Losers Club wirkten in der Serie teilweise wie Randnotizen in ihrer eigenen Geschichte.
Die Neuverfilmungen unter Regisseur Andy Muschietti – Kapitel 1 und Kapitel 2 – entschieden sich für eine bewusstere Besetzungsstrategie. Die Kinderdarsteller in Es Teil 1 tragen den Film mit einer Natürlichkeit, die in modernen Horrorproduktionen selten ist. Es Teil 2 hingegen – mit prominenten erwachsenen Hauptdarstellern wie Jessica Chastain und James McAvoy – wirkt stellenweise wie ein Cast-Showcase, bei dem die Figuren den Bekanntheitsgrad ihrer Darsteller widerspiegeln sollen.
Das ist nicht automatisch ein Fehler. Aber es ist ein Signal. Und Signale sind nicht dasselbe wie Substanz.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Tim Curry | Pennywise (1990) | 9/10 | Unbestreitbar ikonisch – rettet die gesamte Miniserie durch pure Präsenz |
| Bill Skarsgård | Pennywise (2017/2019) | 8/10 | Eigenständige, körperlich starke Interpretation – nicht Currys Clown, aber eine überzeugende eigene |
| Jaeden Martell | Bill Denbrough (Kind) | 7/10 | Trägt emotional glaubwürdig, ohne aufgesetzt zu wirken |
| Sophia Lillis | Beverly Marsh (Kind) | 8/10 | Stärkste Kinderdarstellerin im Ensemble – vielschichtig und nie bloß funktional |
| Finn Wolfhard | Richie Tozier (Kind) | 7/10 | Komödie und Angst überzeugend kombiniert, gelegentlich zu sehr auf Witz ausgerichtet |
| Jack Dylan Grazer | Eddie Kaspbrak (Kind) | 7/10 | Neurotisch und sympathisch zugleich – eine der organischsten Figuren |
| Jeremy Ray Taylor | Ben Hanscom (Kind) | 6/10 | Solide, aber zu selten im Fokus, um wirklich zu wirken |
| Chosen Jacobs | Mike Hanlon (Kind) | 6/10 | Untergeschrieben – der Darsteller liefert, die Rolle gibt ihm wenig |
| Wyatt Oleff | Stanley Uris (Kind) | 6/10 | Zurückhaltend und dadurch glaubwürdig, aber dramaturgisch unterentwickelt |
| James McAvoy | Bill Denbrough (Erwachsener) | 6/10 | Solide, aber nie mehr als eine Skizze seiner Kindheitsrolle |
| Jessica Chastain | Beverly Marsh (Erwachsene) | 6/10 | Präsent, manchmal zu bewusst eingesetzt – die Figur trägt weniger als die Darstellerin |
| Bill Hader | Richie Tozier (Erwachsener) | 8/10 | Überraschend stark – bringt Tiefe in eine Rolle, die leicht hätte flach werden können |
| Isaiah Mustafa | Mike Hanlon (Erwachsener) | 5/10 | Funktional, aber kaum mehr – die Figur bleibt Erklärwerkzeug |
| Jay Ryan | Ben Hanscom (Erwachsener) | 5/10 | Unterschätzt, aber auch zu wenig herausgefordert vom Drehbuch |
| Andy Bean | Stanley Uris (Erwachsener) | 5/10 | Marginale Bildschirmzeit, kaum Entwicklung |
| Harry Anderson | Richie Tozier (Erwachsener, 1990) | 6/10 | Charmant, aber zu leichtgewichtig für die Dramatik |
| Richard Thomas | Bill Denbrough (Erwachsener, 1990) | 6/10 | Routiniert, aber wenig Tiefe |
| Annette O’Toole | Beverly Marsh (Erwachsene, 1990) | 6/10 | Präsent und überzeugend innerhalb der Grenzen des Formats |
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Die Hauptdarsteller im Fokus
Tim Curry als Pennywise (1990)
Tim Curry ist der Grund, warum die Miniserie von 1990 noch immer in Erinnerung geblieben ist. Sein Pennywise ist kein digitaler Schrecken, keine körperliche Choreografie aus dem Motion-Capture-Labor. Es ist ein Schauspieler, der eine Figur vollständig bewohnt. Curry spielt den Clown mit einer Mischung aus Verführung und Bedrohung, die schwer zu analysieren ist, weil sie sich jeder Formel entzieht. Das ist seltener, als man denkt.
Die Grenzen der Miniserie – Budget, Format, Fernsehproduktion von 1990 – sind offensichtlich. Aber Curry überwindet sie nicht durch technische Mittel, sondern durch reine Präsenz. Wer nach der Funktion von Casting in einer Produktion fragt, findet hier eine klare Antwort: Manchmal rettet ein einzelner Darsteller eine gesamte Produktion.
Bewertung: 9/10
Bill Skarsgård als Pennywise (2017/2019)
Bill Skarsgård stand vor einem strukturellen Problem: Er sollte eine Figur spielen, die bereits durch Tim Curry kulturell definiert worden war. Seine Lösung war intelligent – er kopierte nicht, sondern verlagerte. Sein Pennywise ist körperlicher, verzerrter, weniger redselig und dadurch auf seine eigene Weise beunruhigend.
Was Skarsgård gut macht: Er lässt die Figur nicht ausschließlich durch CGI-Unterstützung funktionieren. Die Körperhaltung, der Blick, die Stimmführung – das ist echte darstellerische Arbeit. Was manchmal fehlt: das Gefühl von echter Intelligenz hinter dem Schrecken. Currys Pennywise wirkte klug. Skarsgårds Version wirkt manchmal eher wie eine Naturgewalt – was eine gültige Interpretation ist, aber eine andere Bedrohungsqualität erzeugt.
Bewertung: 8/10
Sophia Lillis als Beverly Marsh (Kind)
Sophia Lillis ist in Es Kapitel 1 die überzeugendste Darstellerin des Ensembles. Beverly Marsh ist die Figur, die am meisten von externen Traumata geprägt wird – häusliche Gewalt, soziale Ausgrenzung – und Lillis spielt das ohne sentimentale Überzeichnung. Ihr Darstellerinstinkt ist präzise: Sie zeigt nicht mehr als nötig, und das reicht.
Das Problem liegt nicht bei ihr, sondern im Drehbuch. Beverly ist als Figur manchmal zu sehr auf ihre Traumabiografie reduziert – sie ist das Mädchen, dem Schlimmes passiert. Ein Mensch ist mehr als seine schlechtesten Erfahrungen, und das Skript lässt ihr zu selten Raum, etwas anderes zu sein.
Bewertung: 8/10
Bill Hader als Richie Tozier (Erwachsener)
Bill Hader ist die überraschendste Stärke in Es Teil 2. Richie Tozier als Erwachsener ist eine Figur, die leicht zur Karikatur hätte werden können – der ewige Witzbold, der nicht erwachsen geworden ist. Hader spielt gegen diese Falle an. Er gibt Richie eine stille Verletzlichkeit, die man erst spät versteht. Die emotionale Szene gegen Ende des Films – und was sie über die Figur offenbart – funktioniert vor allem deswegen, weil Hader bereits davor subtile Signale gesetzt hat.
In einem Ensemble, das stellenweise zu sehr auf bekannte Namen setzt, ist Hader derjenige, der am meisten aus seiner Rolle herausarbeitet.
Bewertung: 8/10
James McAvoy als Bill Denbrough (Erwachsener)
James McAvoy ist ein verlässlicher Schauspieler – das ist sowohl seine Stärke als auch sein Problem in Es Teil 2. Bill Denbrough als erwachsener Hauptdarsteller des Losers Club wird vom Drehbuch nicht ausreichend herausgefordert. McAvoy liefert solide Arbeit ab, aber man spürt, dass er hier mehr könnte. Die Figur ist zu sehr darauf ausgerichtet, die Handlung voranzutreiben, und zu wenig darauf, als Mensch zu existieren.
Bewertung: 6/10
Jessica Chastain als Beverly Marsh (Erwachsene)
Jessica Chastain ist als erwachsene Beverly präsent und technisch einwandfrei. Aber die Figur ergibt sich zu sehr aus ihrer Traumageschichte, und Chastain wird selten herausgefordert, über diesen Rahmen hinauszugehen. Es entsteht der Eindruck, dass die Besetzung hier auch eine Signalwirkung hatte – ein großer Name für eine zentrale Rolle. Das ist nicht per se falsch, aber es erklärt, warum die Figur manchmal eher wie ein Symbol wirkt als wie ein Mensch.
Bewertung: 6/10
Weitere Informationen zur Besetzungsstrategie großer Franchise-Produktionen finden Sie im Artikel über die Besetzung von Spider-Man 3.
Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?
Nebenrollen sind in Horrorfilmen traditionell Mittel zum Zweck – sie existieren, um Angst zu illustrieren, Schrecken zu verdeutlichen oder die Hauptfiguren in Kontext zu setzen. Die Es Filmreihe macht hier keine Ausnahme, obwohl einzelne Nebencharaktere über ihre Funktion hinausragen.
Mike Hanlon – sowohl in der Miniserie als auch in beiden Kinofilmen – ist ein strukturelles Problem. Die Figur ist der einzige schwarze Hauptcharakter im Losers Club, und in Kapitel 2 wird sie zur Exposition-Maschine reduziert: Mike erklärt, was Pennywise ist, woher er kommt und was getan werden muss. Isaiah Mustafa spielt das professionell, aber wer die Figur als Menschen erfahren will, wird kaum Material finden. Das ist eine Entscheidung, die man dem Drehbuch anlasten muss – nicht dem Darsteller.
Stanley Uris – gespielt von Wyatt Oleff als Kind und Andy Bean als Erwachsener – ist eine Figur, die in der Filmreihe deutlich weniger Raum bekommt als im Roman. Die Entscheidungen, die Stanley trifft, sind dramaturgisch bedeutsam, aber die Vorbereitung dieser Entscheidungen ist dünn. Der Darsteller kann nur spielen, was das Drehbuch hergibt.
Henry Bowers und seine Gruppe erfüllen die klassische Mobber-Funktion mit wenig Nuancierung. Sie existieren, um den Derry-Kosmos gefährlicher zu machen, bleiben aber eindimensional. Das ist ein Muster, das sich durch alle drei Produktionen zieht.
Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?
Tim Curry hat nach seinem Pennywise-Auftritt eine Karriere fortgesetzt, die seinen Status als Charakterdarsteller zementierte. Seine Arbeit in Es war ein Höhepunkt, aber nicht der einzige. Curry gehört zu den Schauspielern, die selten typecastet wurden – weil ihre Bandbreite das verhinderte.
Bill Skarsgård hingegen steht vor einem interessanten Dilemma. Seine Interpretation von Pennywise ist stark genug, um ihn dauerhaft mit der Figur zu verknüpfen. Das ist eine zweischneidige Situation: Die Rolle hat seinen Namen gemacht, aber sie kann auch seinen weiteren Weg definieren. Ob das zum Typecasting führt, wird die nächste Dekade zeigen.
- Sophia Lillis hat sich nach Es Kapitel 1 in verschiedenen Projekten bewiesen – ihre Entwicklung verlief organisch.
- Finn Wolfhard steht durch seine Doppelrolle in Stranger Things und Es in einer ähnlichen Position wie Skarsgård: stark verknüpft mit dem Jugend-Horror-Genre.
- Jessica Chastain und James McAvoy haben in der Es Filmreihe kein neues Terrain betreten. Ihre Arbeit hier ist professionell – aber es sind keine Rollen, die man in ihrer Filmografie als Wendepunkte bezeichnen würde.
- Bill Hader ist das gegenteilige Beispiel: Er hat mit seiner Rolle als erwachsener Richie eine Seite gezeigt, die seinem früheren Werk – überwiegend Komödie – eine neue Dimension hinzufügte.
Einen ähnlich aufschlussreichen Blick auf die Besetzung eines anderen Kult-Franchises bietet der Artikel über die Besetzung von The Batman.
Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?
Das ist die entscheidende Frage – und die Antwort ist differenziert.
Das Kinder-Ensemble in Es Kapitel 1 funktioniert. Die Chemie zwischen den sieben Mitgliedern des Losers Club wirkt organisch, nicht arrangiert. Man glaubt, dass diese Kinder miteinander aufgewachsen sind, miteinander lachen und miteinander Angst haben. Das ist keine Kleinigkeit – Kinder-Ensembles fallen häufig auseinander, weil die Besetzung entweder zu jung oder zu erfahren wirkt.
Das Erwachsenen-Ensemble in Es Kapitel 2 ist weniger überzeugend als Einheit. Die Beziehungen zwischen den Figuren sind durch das Drehbuch vorgegeben, aber man spürt gelegentlich, dass die Darsteller sich als Ensemble weniger kennen als ihre Kindheitsversionen. Die Nostalgie-Funktion der Figuren – sie müssen sich an etwas erinnern, das das Publikum kennt – belastet die Dynamik. Statt eine lebendige Gruppe zu zeigen, zeigt Kapitel 2 manchmal eher sieben Erwachsene, die beweisen sollen, dass sie früher mal befreundet waren.
In der Miniserie von 1990 ist das Problem strukturell: Das Format erlaubt keinen organischen Ensembleaufbau. Die Zeitsprünge zwischen Kindheit und Gegenwart sind abrupt, die Beziehungen bleiben skizziert. Was bleibt, ist Tim Currys Pennywise als gemeinsamer Anker – ohne ihn würde das Ensemble auseinanderfallen.
Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem?
Es ist ein Muster in modernen Produktionen, das sich auch in der Es Filmreihe – zumindest teilweise – abzeichnet: Der Wunsch, Relevanz zu signalisieren, tritt in Konkurrenz zum Erzählen.
Es Teil 2 ist dafür ein bedingt gelungenes Beispiel. Der Film enthält Momente, in denen man spürt, dass bestimmte Entscheidungen – Besetzung, Charaktergewichtung, Thematisierung von Traumata – nicht allein aus dramaturgischen, sondern auch aus strategischen Überlegungen getroffen wurden. Das ist nicht automatisch schädlich. Aber wenn ein Horrorfilm das Publikum mehr durch sein Statement als durch seine Handlung bewegen will, verliert er an Spannung.
Stephen Kings Originalroman ist ein Buch über Kindheitstrauma, Gemeinschaft, Vergessen und den Mut, sich zu erinnern. Diese Themen sind universell und zeitlos. Die Kinofilme treffen diese Themen an, aber sie weichen gelegentlich in eine ästhetisierte Version des Schmerzes aus – schön kadriert, gut besetzt, aber emotional auf Distanz gehalten.
Die Miniserie hat das gegenteilige Problem: Sie nähert sich zu wenig an, zu wenig Budget, zu wenig Zeit, zu wenig Tiefe. Was bleibt, ist ein Schauspieler, der die Lücke füllt.
Die eigentliche Stärke der Besetzung von Es Filmreihe liegt im ersten Kinofilm und in den Kinderfiguren. Dort, wo das Drehbuch keine große Aussage machen will, sondern einfach eine Geschichte erzählt – da funktioniert es.
Häufig gestellte Fragen
Wer spielt Pennywise in der Es Filmreihe?
In der Miniserie von 1990 spielt Tim Curry die Rolle des Pennywise. In den Kinofilmen Es Kapitel 1 (2017) und Es Kapitel 2 (2019) übernahm Bill Skarsgård die Figur.
Wer sind die Hauptdarsteller des Losers Club in den Kinofilmen?
Im Kinder-Ensemble: Jaeden Martell, Sophia Lillis, Finn Wolfhard, Jack Dylan Grazer, Jeremy Ray Taylor, Chosen Jacobs und Wyatt Oleff. Als Erwachsene: James McAvoy, Jessica Chastain, Bill Hader, Isaiah Mustafa, Jay Ryan und Andy Bean.
Welche Besetzungsentscheidung war die stärkste in der Filmreihe?
Tim Curry als Pennywise in der Miniserie ist die prägendste Einzelleistung der gesamten Filmreihe. Innerhalb der Kinofilme ist Bill Hader als erwachsener Richie Tozier die überraschendste und stärkste Wahl.
Lohnt sich die Miniserie von 1990 heute noch?
Als reines Serienprodukt hat die Miniserie deutliche Schwächen – Budget und Format zeigen ihr Alter. Für Tim Currys Pennywise lohnt sich die Betrachtung dennoch. Es ist eine Darstellung, die erklärt, warum die Figur so lange im kulturellen Gedächtnis geblieben ist.
Warum wirkt das Erwachsenen-Ensemble in Es Kapitel 2 weniger überzeugend als das Kinder-Ensemble?
Zum einen liegt es an der Besetzungsstrategie: Große Namen ersetzen hier organische Entwicklung. Zum anderen gibt das Drehbuch den erwachsenen Figuren weniger Raum für menschliche Momente – sie sind häufiger mit der Handlung beschäftigt als miteinander. Das Kinder-Ensemble in Kapitel 1 profitierte davon, dass der Film Zeit hatte, Beziehungen aufzubauen.
Ist die Es Filmreihe insgesamt sehenswert?
Es Kapitel 1 ist sehenswert – als Horrorfilm und als Ensemblestück. Es Kapitel 2 ist uneinheitlich, hat starke Einzelmomente, verliert aber als Gesamtfilm an Fokus. Die Miniserie von 1990 ist ein historisches Dokument mit einer ungewöhnlichen Hauptleistung. Wer alle drei kennt, versteht, wie unterschiedlich dieselbe Geschichte erzählt werden kann – und was dabei gewonnen und verloren geht.