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Besetzung von Das Fünfte Element

Besetzung von Das Fünfte Element

Luc Bessons Science-Fiction-Spektakel aus dem Jahr 1997 ist eines jener Werke, über das man sich bis heute streitet – nicht wegen seiner politischen Haltung, sondern wegen seiner eigentümlichen Mischung aus visueller Ambition und narrativer Schlichtheit. Der Kinofilm, eine französisch-amerikanische Koproduktion von Gaumont und Columbia Pictures, spielt in einer fernen Zukunft, in der die Erde kurz vor ihrer Vernichtung steht und ein ehemaliger Elitesoldat namens Korben Dallas unfreiwillig zum Retter der Welt wird. Was dabei interessiert: Ob die Besetzung von Das Fünfte Element diesen Anspruch trägt – oder ob der Cast vor allem eines ist: eine sorgfältig kuratierte Auswahl von Signalwerten in Menschengestalt.

Die Besetzung von Das Fünfte Element – zwischen Anspruch und Konstruktion

Wenn man die Filmbesetzung von Das Fünfte Element heute betrachtet, fällt zunächst auf, wie absichtsvoll sie wirkt. Bruce Willis als Actionheld, Milla Jovovich als körperbetontes Wesen jenseits des Gewöhnlichen, Gary Oldman als theatralischer Schurke, Chris Tucker als schrille Comedyfigur – das ist kein Ensemble, das organisch gewachsen wirkt. Es ist eine Zusammensetzung, die nach einem klaren Kalkül aussieht: Jede Rolle besetzt einen dramaturgischen Slot, und jeder Schauspieler liefert genau das, was das Konzept verlangt.

Das ist nicht zwingend ein Fehler. Kino als Genre lebt von Typen. Aber bei Besson geht das Konzept stellenweise so offen auf, dass die Figuren aufhören, Menschen zu sein, und zu Funktionen werden. Korben Dallas ist der müde Held. Leeloo ist das Wunder. Zorg ist die Bedrohung. Ruby Rod ist der Lärm. Wer in dieser Welt tatsächlich eine glaubwürdige Persönlichkeit entwickelt, ist die eigentliche Frage.

Die Besetzung funktioniert als Spektakel. Als Ensemble im dramaturgischen Sinne – also als Gruppe von Figuren, die sich gegenseitig formen, herausfordern und verändern – funktioniert sie deutlich schlechter. Das ist kein Vorwurf gegenüber den Schauspielern allein. Es ist ein strukturelles Problem des Drehbuchs.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Bruce Willis Korben Dallas 6/10 Solide, aber erkennbar auf Autopilot. Der Charme sitzt, die Tiefe fehlt.
Milla Jovovich Leeloo 7/10 Physisch überzeugend, emotional interessant – trotz kaum verständlicher Sprache.
Gary Oldman Jean-Baptiste Emanuel Zorg 7/10 Über das Ziel hinaus, aber bewusst so. Der beste Exzess im Film.
Chris Tucker Ruby Rod 5/10 Laut, schrill, polarisierend. Eher Konzept als Figur.
Ian Holm Vater Vito Cornelius 6/10 Glaubwürdig, aber in seiner Rolle oft auf Exposition reduziert.
Luke Perry Billy 4/10 Knapper Auftritt, kaum Profil.
Brion James General Munro 5/10 Routiniert, ohne Überraschung.
Tommy Lister Jr. Präsident Lindberg 5/10 Physisch markant, inhaltlich flach.
Lee Evans Fog 4/10 Komödiantisch gemeint, selten wirklich funny.
Charlie Creed-Miles David 4/10 Nebenrolle ohne nachhaltige Wirkung.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Leon (1990) – ebenfalls ein Werk von Luc Besson, das zeigt, wie der Regisseur mit anderen Mitteln zu einem anderen Ergebnis kommt.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Bruce Willis als Korben Dallas

Korben Dallas ist ein Taxifahrer im 23. Jahrhundert, der einmal Elitesoldat war und jetzt einfach seine Ruhe will. Das ist eigentlich ein interessantes Ausgangsprofil – ein Mann, der aus der Welt ausgestiegen ist und von ihr wieder eingeholt wird. Bruce Willis spielt das mit seiner gewohnten Mischung aus trockenem Humor, physischer Präsenz und müdem Zynismus.

Das Problem: Man hat das schon gesehen. Willis in dieser Rolle ist erkennbar Willis in dieser Art von Rolle. Die Figur Korben Dallas entwickelt sich nicht wirklich. Sie reagiert. Sie funktioniert als Transportmittel für die Handlung und als emotionaler Anker für Leeloo – aber als eigenständiger Charakter bleibt sie seltsam leer. Der Darsteller liefert, was verlangt wird. Mehr nicht. Das reicht für einen Actionfilm, nicht aber für einen Film, der behauptet, mehr sein zu wollen.

Bewertung: 6/10

Milla Jovovich als Leeloo

Leeloo ist die interessanteste und gleichzeitig problematischste Figur des Films. Sie ist das titelgebende fünfte Element, ein genetisch perfektes Wesen, das die Welt retten soll – und das zunächst kaum spricht, sich ihre Fähigkeiten neu erarbeitet und langsam die Welt begreift.

Milla Jovovich trägt diese Rolle mit einer bemerkenswerten körperlichen Intelligenz. Sie schafft es, in einer Kunstsprache zu kommunizieren und trotzdem emotional lesbar zu bleiben. Das ist handwerklich nicht trivial. Und doch bleibt Leeloo letztlich eine Projektion: ein Wesen, das für seine Einzigartigkeit bewundert wird, aber kaum Eigeninitiative entwickelt. Sie ist Objekt der Fürsorge und des Staunens mehr als ein handelndes Subjekt.

Das ist einerseits dem Drehbuch geschuldet, andererseits einer Ästhetik, die Jovovich vor allem als visuelles Wesen inszeniert – besonders in Zusammenhang mit den Kostümen von Jean-Paul Gaultier, die zwischen Konzeptkunst und Kalkül pendeln. Jovovich macht das Beste aus dem, was ihr gegeben wird. Und das ist, trotz allem, mehr als bei anderen Besetzungsentscheidungen im Film.

Bewertung: 7/10

Gary Oldman als Jean-Baptiste Emanuel Zorg

Gary Oldman spielt Zorg mit einer Art fröhlichem Wahnsinn, der kaum zu bremsen ist. Die Figur ist ein Waffenhändler und Interessenvertreter des Bösen – und Oldman hat offensichtlich entschieden, das mit maximaler Theatralik zu spielen. Das Ergebnis ist ein Schurke, der so weit über das Ziel hinausschießt, dass er fast parodistisch wirkt.

Und doch: Es funktioniert. Nicht weil Zorg ein glaubwürdiger Antagonist wäre – das ist er nicht –, sondern weil Oldman so bewusst und präzise übertreibt, dass die Figur eine eigene innere Logik entwickelt. Man nimmt ihm die Exzentrik ab, weil er sie vollständig bewohnt. Das ist Können, auch wenn es kein klassisches Schauspiel ist.

Zorg als Charakter ist trotzdem dünn. Er hat keine nachvollziehbare Motivation jenseits von Gier und Machtgeilheit, und seine Beziehung zum eigentlichen übernatürlichen Bösen im Film bleibt unterentwickelt.

Bewertung: 7/10

Chris Tucker als Ruby Rod

Ruby Rod ist der schwierigste Fall in der Besetzung von Das Fünfte Element. Die Figur ist ein galaktischer Talkshow-Moderator – grell, laut, hypernervös und nahezu unaufhörlich sprechend. Chris Tucker spielt das mit einer Energie, die physisch beeindruckend ist und dramaturgisch fragwürdig bleibt.

Das Problem ist nicht Tucker. Das Problem ist, dass Ruby Rod keine Figur ist. Er ist eine Zumutung als Konzept – ein Kommentator, der kommentiert, ohne Substanz zu entwickeln. In einem Film, der ohnehin an Erzähldichte leidet, belegt Ruby Rod kostbare Screentime ohne dramaturgischen Gegenwert. Er ist laut. Er ist schrill. Und er ist letztlich das deutlichste Beispiel dafür, wie Besson Figuren als Funktionen betrachtet, nicht als Menschen.

Bewertung: 5/10

Einen ähnlichen Blick auf Science-Fiction-Ensembles bietet der Artikel über die Besetzung von Pandorum – einem weiteren futuristischen Film, der mit vergleichbaren strukturellen Fragen zu kämpfen hat.

Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?

Ian Holm als Vater Vito Cornelius ist die verlässlichste Nebenrolle des Films. Holm bringt eine Würde und Glaubwürdigkeit mit, die der Rolle gut steht – auch wenn Cornelius über weite Strecken hauptsächlich Informationen transportiert und Handlungsnotwendigkeiten erklärt. Als Figur ist er funktional klar und menschlich lesbar, was im Vergleich zu anderen Rollen bereits ein Qualitätsmerkmal darstellt.

Luke Perry als Billy hat einen kurzen Auftritt zu Beginn, der keinen bleibenden Eindruck hinterlässt. Brion James als General Munro liefert solides Routinehandwerk ohne besondere Akzente. Tommy Lister Jr. als Präsident Lindberg ist vor allem physisch prägnant, inhaltlich bleibt die Figur ein Platzhalter für institutionelle Autorität.

Lee Evans als Fog versucht komödiantisches Relief zu liefern, trifft dabei aber selten den richtigen Ton. Das ist weniger ein Versagen des Schauspielers als ein strukturelles Problem: In einem Film, der ohnehin schon zwischen Komödie und Actionfilm pendelt, fehlt der klare Kontext, der Komik wirksam machen würde.

Insgesamt zeigt die Analyse der Nebenrollen ein Muster: Die Figuren existieren, um die Handlung zu ermöglichen, nicht um sie zu bereichern. Echte Charaktermomente für die Nebenbesetzung gibt es kaum. Das Ensemble wirkt, als hätte das Drehbuch Slots verteilt – und die Schauspieler haben diese Slots gefüllt, ohne dass viel Raum für Eigendynamik blieb.

Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?

Bruce Willis

  • Die Hard-Reihe – Etablierung der müden Einzelkämpfer-Persona
  • Das Fünfte Element (1997) – Bestätigung statt Erweiterung des bekannten Profils
  • The Sixth Sense – eine der wenigen Ausnahmen, die eine andere Bandbreite zeigt

Milla Jovovich

  • Das Fünfte Element (1997) – Sprungbrett als körperlich kompetente Hauptdarstellerin im Genrefilm
  • Resident Evil-Reihe – konsequente Fortsetzung des etablierten Images

Gary Oldman

  • Sid and Nancy – Beweis für Transformationsbereitschaft am anderen Ende der Skala
  • Das Fünfte Element (1997) – spielerische Fingerübung, eher Karikatur als Charakterstudie
  • Tinker Tailor Soldier Spy – repräsentativeres Werk seiner tatsächlichen Bandbreite

Chris Tucker

  • Das Fünfte Element (1997) – Extremversion seiner üblichen Energie
  • Rush Hour-Reihe – das Werk, mit dem er primär in Verbindung gebracht wird

Weitere Einblicke in Science-Fiction-Ensembles des gleichen Jahrzehnts bietet der Artikel über die Besetzung von Star Trek Nemesis.

Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?

Kurze Antwort: nein – aber das ist auch nicht, was der Film anstrebt.

Das Ensemble von Das Fünfte Element ist kein Ensemble im klassischen Sinne. Die Figuren begegnen sich, reagieren aufeinander, retten sich gegenseitig. Aber sie formen sich nicht gegenseitig. Korben Dallas wird durch Leeloo nicht zu einem anderen Menschen – er wird allenfalls erinnert, dass er einer ist. Leeloo verändert sich durch ihre Begegnung mit der menschlichen Welt kaum auf eine Art, die dramaturgisch konsequent wäre.

Die Chemie zwischen Willis und Jovovich ist vorhanden, aber sie bleibt oberflächlich. Man glaubt die Sympathie. Man glaubt die romantische Attraktion. Man glaubt aber nicht die Tiefe der Verbindung, die das Ende des Films für sich beansprucht. Wenn Leeloo am Ende aufgibt und erst durch Liebe gerettet wird, wirkt das nicht wie ein organisches Ende einer gemeinsamen Reise. Es wirkt wie ein Drehbuchentschluss.

Die stärksten Momente des Ensembles entstehen nicht durch dramaturgische Dichte, sondern durch Tempo und Inszenierung. Besson ist gut darin, seine Figuren in Bewegung zu halten. Wenn sie stehen und miteinander sprechen, zeigen die Schwächen des Drehbuchs und der Figurenkonstruktion ihre Wirkung.

Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem?

Das Fünfte Element ist kein Film, der mit einem politischen Manifest antritt. Das ist bereits ein Unterschied zu vielen späteren Produktionen. Besson wollte 1997 in erster Linie einen visuell spektakulären Abenteuerfilm machen – und das ist ihm, mit Abstrichen, gelungen.

Und doch gibt es auch hier ein strukturelles Problem, das modern gesprochen relevant bleibt: Die Aussage – Liebe ist das stärkste Element, das Gute siegt, der Einzelne rettet die Welt – verdrängt stellenweise die Handlungslogik. Leeloo als perfektes Wesen, das trotzdem aufgibt und gerettet werden muss: Das ist ein narrativer Entschluss, der für das Gefühl des Endes gemacht wurde, nicht für die Glaubwürdigkeit der Figur.

Der Unterschied zu moderneren Produktionen liegt im Ausmaß und in der Absicht. Besson stellt keine Werte zur Schau. Er konstruiert ein Spektakel, in das Werte eingebaut sind. Das ist ehrlicher – aber es befreit den Film nicht von der Schwäche, dass seine Figuren letztlich Träger von Botschaften sind, nicht von Erfahrungen.

Das ist ein Muster, das im Kino immer wieder auftaucht: Je größer das Spektakel, desto weniger Raum für den Menschen dahinter. Besson löst das Problem partiell durch Tempo und visuelle Kraft. Gelöst ist es damit nicht.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt in Das Fünfte Element die Hauptrolle?

Die Hauptrolle des Korben Dallas spielt Bruce Willis. Milla Jovovich übernimmt die Rolle der Leeloo, dem titelgebenden fünften Element.

Wer spielt den Schurken in Das Fünfte Element?

Gary Oldman spielt Jean-Baptiste Emanuel Zorg, den Hauptantagonisten des Films – einen exzentrischen Waffenhändler mit theatralischer Ader.

Welche Besetzungsentscheidung ist die stärkste im Film?

Gary Oldmans Zorg ist die unterhaltsamste Leistung, auch wenn die Figur dünn konstruiert ist. Milla Jovovich liefert darüber hinaus die glaubwürdigste Charakterarbeit unter schwierigen Bedingungen.

Welche Rolle im Cast ist am schwächsten besetzt?

Ruby Rod, gespielt von Chris Tucker, ist dramaturgisch die schwächste Figur. Die Rolle ist laut konstruiert, ohne inhaltliche Substanz zu entwickeln.

Lohnt es sich, Das Fünfte Element heute noch zu sehen?

Als Science-Fiction-Spektakel und visuelles Zeitdokument der späten 1990er Jahre – ja. Als Ensemblefilm mit glaubwürdigen Charakteren – mit deutlichen Einschränkungen. Wer Jean-Paul Gaultiers Kostüme, Oldmans Exzess und Jovovichs physische Präsenz schätzt, wird gut unterhalten. Wer dramaturgische Konsequenz sucht, wird enttäuscht.

Gibt es eine deutsche Synchronfassung mit bekannten Stimmen?

Ja. Das Fünfte Element wurde ins Deutsche synchronisiert. Die Synchronkartei dokumentiert die deutschen Synchronsprecher des Films, die in der deutschsprachigen Originalbesetzung für die entsprechenden Rollen eingesetzt wurden.

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