Disneys Realverfilmung von Arielle die Meerjungfrau kam im Mai 2023 in die deutschen Kinos und erzählt die bekannte Geschichte der jungen Meerjungfrau Arielle, die von der Menschenwelt fasziniert ist, sich in Prinz Eric verliebt und dafür bereit ist, einen hohen Preis zu zahlen. Die Vorlage stammt aus dem Märchen von Hans Christian Andersen, wurde 1989 von Disney zum Zeichentrickklassiker gemacht und ist nun, über dreißig Jahre später, als Liveaction-Produktion zurückgekehrt.
Regisseur Rob Marshall hat dabei einen Cast zusammengestellt, der vor der Kinopremiere mehr Schlagzeilen produziert hat als manch andere Hollywoodproduktion. Die Besetzung von Arielle die Meerjungfrau 2023 wurde laut diskutiert, aus verschiedenen Richtungen. Manche feierten die Besetzung als mutig und notwendig, andere sahen in ihr primär ein strategisches Signal. Was dabei manchmal unterging: die Frage, ob das Ensemble eigentlich funktioniert. Als Geschichte. Als Film. Als glaubwürdiges Miteinander auf der Leinwand.
Das versucht dieser Artikel zu beantworten – ohne Euphorie und ohne reflexartige Ablehnung.
Die Besetzung von Arielle die Meerjungfrau 2023 – zwischen Anspruch und Konstruktion
Wenn man die Besetzung von Arielle die Meerjungfrau 2023 betrachtet, fällt zunächst auf, dass sie aus zwei sehr unterschiedlichen Kategorien besteht. Auf der einen Seite stehen Darsteller, die erkennbar aus dramaturgischen Überlegungen gewählt wurden: Melissa McCarthy als Ursula etwa, eine Wahl, die Sinn ergibt, weil McCarthy über das komödiantische Timing und die körperliche Präsenz verfügt, um eine Antagonistin mit Gewicht zu spielen. Auf der anderen Seite steht die Entscheidung für Halle Bailey als Arielle – eine Entscheidung, die innerhalb von Disneys Kommunikationsstrategie eindeutig mehr leisten sollte als nur eine Rolle zu besetzen.
Das ist kein Angriff auf Bailey als Darstellerin. Es ist eine Beobachtung über die Produktionslogik dahinter. Wenn ein Studio noch vor dem ersten Drehtag darauf hinweist, dass diese Besetzung historisch bedeutsam sei, dann hat es das Casting bereits in den Bereich des Statements verschoben. Das kann funktionieren, wenn die Darstellerin mitreißt. Es kann aber auch dazu führen, dass man beim Zuschauen nie ganz vergisst, welche Funktion diese Figur außerhalb des Films erfüllen soll.
Insgesamt wirkt der Cast von Arielle die Meerjungfrau 2023 wie ein sorgfältig kuratiertes Ensemble, das auf Repräsentation, Bekanntheit und Nostalgiepotenzial ausbalanciert wurde. Das ist nicht zwingend ein Problem – aber es erklärt, warum manche Figuren organischer wirken als andere.
Tabelle der Besetzung mit Bewertung
| Schauspieler | Rolle | Bewertung | Kommentar |
|---|---|---|---|
| Halle Bailey | Arielle | 7/10 | Starke Sängerin, die als Darstellerin überzeugt – aber die Rolle bleibt oft Projektion statt Person |
| Jonah Hauer-King | Prinz Eric | 5/10 | Sympathisch, aber blass – Eric bekommt mehr Hintergrundgeschichte, dennoch wirkt er wie eine Skizze |
| Melissa McCarthy | Ursula | 6/10 | Präsenz vorhanden, aber McCarthy spielt McCarthy – wenig Überraschung, viel Wiedererkennung |
| Javier Bardem | König Triton | 6/10 | Würdevoll und solide, doch die Rolle lässt ihn wenig Raum für echte Tiefe |
| Daveed Diggs | Sebastian (Stimme) | 6/10 | Rhythmisch stark, als Figur aber eher Funktion als Charakter |
| Jacob Tremblay | Fabius/Flounder (Stimme) | 5/10 | Liebenswert, aber emotional wenig gefordert |
| Awkwafina | Möwe Scuttle (Stimme) | 5/10 | Typisches Awkwafina-Profil – wer den Stil mag, wird lachen; wer nicht, wird ungeduldig |
| Noma Dumezweni | Königin Selina | 5/10 | Neue Figur, klare Absicht – die dramaturgische Integration ist ausbaufähig |
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Die Hauptdarsteller im Fokus
Halle Bailey als Arielle
Halle Bailey ist der Kern des Films – und sie trägt ihn mit bemerkenswerter Stimmkraft. Wenn sie singt, ist das ohne Zweifel das Stärkste, was Arielle die Meerjungfrau 2023 zu bieten hat. Ihre Version von „Part of Your World” hat echte emotionale Wucht, und in solchen Momenten vergisst man tatsächlich, über welches Kalkül man nachgedacht hat.
Das Problem liegt woanders. Arielle als Figur ist in dieser Realverfilmung nicht wesentlich komplexer als im Zeichentrickfilm von 1989. Sie ist neugierig, romantisch, trotzig – das war sie damals auch. Eine echte Weiterentwicklung der Charakterpsychologie hat Rob Marshall nicht geliefert. Das bedeutet: Bailey spielt eine Figur, die als Symbol gut funktioniert, als Mensch aber flach bleibt. Das ist nicht Baileys Versagen. Es ist das Drehbuchs.
Was bleibt, ist eine Darstellerin, die mehr Potenzial hat, als der Film ihr abverlangt – und die trotzdem das Zentrum des Films trägt, wo viele andere gescheitert wären.
Bewertung: 7/10
Jonah Hauer-King als Prinz Eric
Prinz Eric bekommt in dieser Version mehr Eigenleben als im Original. Er hat einen kulturellen Hintergrund, einen eigenen Konflikt mit seiner Herkunft, einen Antrieb jenseits der romantischen Handlung. Das klingt gut. In der Praxis verpufft es größtenteils, weil Hauer-King zwar charming ist, aber die nötige Erdung fehlt, um Eric als gleichwertigen Gegenpart zu Arielle zu etablieren.
Eric bleibt die schwächere Hälfte einer Liebesgeschichte, die funktionieren müsste, damit der Film trägt. Die Chemie zwischen Bailey und Hauer-King ist vorhanden – sie ist nur nicht stark genug, um eine Geschichte zu tragen, die im Kern eine Liebesgeschichte ist.
Bewertung: 5/10
Melissa McCarthy als Ursula
McCarthy ist keine schlechte Wahl für Ursula. Sie hat die Energie, die Körpersprache und das Timing, um eine bedrohlich-komödiantische Antagonistin zu spielen. Das Problem: Man schaut die ganze Zeit Melissa McCarthy beim Spielen zu – nicht Ursula beim Intrigieren. Die Figur hat wenig Eigenleben jenseits des McCarthy-Stils, und wer die Schauspielerin aus anderen Projekten kennt, wird hier kaum etwas Neues entdecken.
Pat Carroll, die Originalstimme der animierten Ursula, hatte eine spezifische Qualität: Sie klang tatsächlich gefährlich. McCarthy klingt amüsant. Das ist nicht dasselbe.
Bewertung: 6/10
Javier Bardem als König Triton
Bardem ist ein exzellenter Schauspieler, der hier in einer Rolle eingesetzt wird, die ihm kaum die Möglichkeit gibt, das zu zeigen. Triton ist eine Vaterfigur mit Kontrollproblemen und einem Bogen in Richtung Verständnis – das ist nichts, woran Bardem scheitert, aber auch nichts, das ihn fordert. Es ist eine solide, würdige Besetzung für eine Rolle, die im Film eher Rahmen als Inhalt ist.
Bewertung: 6/10
Einen ähnlich gelagerten Fall – bekannte Darsteller in Disney-Märchenverfilmungen – beleuchtet auch der Artikel über die Besetzung von Küss den Frosch.
Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?
Die Nebenrollen in Arielle die Meerjungfrau 2023 sind, ehrlich betrachtet, größtenteils narrative Funktionen mit Gesichtern. Sebastian, gesprochen von Daveed Diggs, ist rhythmisch lebendig und liefert die komödiantischen Momente verlässlich – aber als Figur ist er eine Dienstleistung für die Handlung, kein Charakter mit eigenem Gewicht.
Flounder, hier Fabius genannt und von Jacob Tremblay gesprochen, ist liebenswürdig harmlos. Scuttle, nun eine Möwe mit der Stimme von Awkwafina, ist eine Frage des Geschmacks: Awkwafinas Stil hat eine bestimmte Frequenz, die nicht jeder mag, und die Figur gewinnt durch ihre Besetzung kaum an Tiefe.
Interessanter ist Noma Dumezweni als Königin Selina – eine neu erfundene Figur für diese Verfilmung, Erics Adoptivmutter. Die Idee ist nicht schlecht, die Ausführung bleibt aber auf halbem Weg stecken. Selina hat keine ausreichende eigene Handlung, um als echte Figur zu funktionieren. Sie ist erkennbar eine erzählerische Entscheidung aus der Produktionslogik heraus.
Das ist das strukturelle Problem vieler solcher Produktionen: Die Nebenrollen sollen Repräsentation leisten und dabei gleichzeitig die Geschichte voranbringen. Beides gleichzeitig zu tun, ohne eine Rolle aufzublähen oder auszuhöhlen, ist schwierig – und gelingt hier nur bedingt.
Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?
Halle Bailey
- Vor Arielle die Meerjungfrau 2023 vor allem als eine Hälfte des R&B-Duos Chloe x Halle bekannt
- Arielle die Meerjungfrau 2023 ist ihr erster großer Spielfilmauftritt in einer Liveaction-Produktion
Die Leistung ist für diesen Ausgangspunkt bemerkenswert – aber es bleibt abzuwarten, ob Bailey als Darstellerin in zukünftigen Projekten die schauspielerische Bandbreite zeigen wird, die dieser Film ihr noch nicht abverlangt hat.
Jonah Hauer-King
- Rolle in der britischen Kriegsserie World on Fire
- Arielle die Meerjungfrau 2023 als Prinz Eric
Er ist kein Unbekannter, aber auch kein Name mit internationalem Gewicht. Die Rolle des Eric ist für ihn ein Sprungbrett – ob er davon profitieren wird, hängt davon ab, welche Rollen er danach wählt.
Melissa McCarthy
- Seit Jahren in einem erkennbaren Muster: Komödien mit großer Energie und wenig Variation
- Arielle die Meerjungfrau 2023 ändert daran nichts Wesentliches
McCarthy ist verlässlich, aber selten überraschend.
Javier Bardem
- Oscarpreisträger mit einem breiten schauspielerischen Spektrum
- In Arielle die Meerjungfrau 2023 als König Triton kaum gefordert
Das ist kein Maßstab für die Qualität des Films – aber es ist eine Verschwendung von Potenzial.
Weitere Einblicke in Disney-Liveaction-Besetzungen bietet auch der Artikel über die Besetzung von The Jungle Book.
Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?
Die ehrliche Antwort lautet: teilweise. Es gibt Momente, in denen Arielle die Meerjungfrau 2023 als lebendige Welt funktioniert – wenn Halle Bailey singt, wenn die Unterwasserwelt optisch überzeugt, wenn die Energie der Hauptfigur die Leinwand füllt. In diesen Momenten vergisst man die Konstruiertheit.
Aber das Ensemble hat kein organisch gewachsenes Zentrum. Die Beziehung zwischen Arielle und Eric – das Herzstück des Films – fühlt sich nicht wie eine Liebesgeschichte an, die sich entwickelt, sondern wie eine, die erklärt wird. Die Gespräche klingen oft skriptiert, nicht erlebt. Das ist ein Drehbuchproblem, aber es wird durch ein Cast-Ensemble verstärkt, das zwar individuell funktioniert, als Einheit aber nicht vollständig zusammenfindet.
Der Familienfilm-Rahmen federt das ab – Kinder werden das anders wahrnehmen als erwachsene Zuschauer, die emotionale Plausibilität erwarten. Aber für eine Neuverfilmung eines Märchenklassikers wäre mehr möglich gewesen.
Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem
Das ist keine Kritik, die spezifisch für Arielle die Meerjungfrau 2023 gilt. Es ist ein Muster in modernen Hollywoodproduktionen, das sich in dieser Realverfilmung besonders klar ablesen lässt: das Bemühen, relevant zu sein, das die Arbeit am Erzählen selbst überlagert.
Wenn ein Studio ein Remake ankündigt und der erste öffentliche Diskurs nicht über die Geschichte handelt, sondern über die Symbolik der Besetzung, dann hat das Studio eine Entscheidung getroffen – möglicherweise eine richtige, aber eine, die den Film als Kunstwerk bereits in den zweiten Rang stellt. Der Film wird zum Kommentar über sich selbst, bevor der erste Trailer läuft.
Das bedeutet nicht, dass diverse Besetzung falsch ist. Es bedeutet, dass jede Besetzungsentscheidung dramaturgisch gedacht sein muss, wenn das Ergebnis ein guter Film sein soll. Lin-Manuel Miranda, der neue Songs für den Film schrieb, und Alan Menken, der die Originalmusik mitverantwortet, haben versucht, dem Film musikalisches Fundament zu geben. Die Musik ist tatsächlich eines der Stärken des Films.
Aber Filmmusik und Botschaft ersetzen keine Geschichte, die von innen heraus getrieben wird. Die animierte Version von 1989 war kein komplexes Werk – sie war leichtgewichtig und direkt. Die Realverfilmung will mehr sein, hat aber nicht die erzählerische Substanz, um dieses Mehr zu tragen. Das ist das eigentliche Problem – nicht die Besetzung, sondern die Verwechslung von Aussage und Geschichte.
FAQ – Besetzung von Arielle die Meerjungfrau 2023
Wer spielt Arielle in der Realverfilmung von 2023?
Die Rolle der Arielle wird von Halle Bailey gespielt, der amerikanischen Sängerin und Schauspielerin, die vor allem als Teil des Duos Chloe x Halle bekannt ist. Es ist ihre erste große Hauptrolle in einer Liveaction-Produktion.
Wer spielt Prinz Eric in Arielle die Meerjungfrau 2023?
Prinz Eric wird von dem britischen Schauspieler Jonah Hauer-King gespielt. Er ist in Deutschland weniger bekannt, hatte aber zuvor eine Rolle in der britischen Kriegsserie World on Fire.
Wer spielt die Hexe Ursula in Arielle die Meerjungfrau 2023?
Ursula wird von Melissa McCarthy gespielt. Die Wahl ist nachvollziehbar, da McCarthy über die nötige Energie für die Figur verfügt – aber sie zeigt wenig, das über ihr übliches Spielprofil hinausgeht.
Ist Arielle die Meerjungfrau 2023 sehenswert?
Das hängt stark von den Erwartungen ab. Als Familienfilm mit starken Musikmomenten und optischer Raffinesse funktioniert der Film. Wer eine tiefere Geschichte oder überzeugende Charakterentwicklung erwartet, wird eher enttäuscht sein. Halle Bailey trägt den Film mit ihrer Stimme weit – aber nicht weit genug, um alle dramaturgischen Schwächen zu kompensieren.
Welche Prästation in der Besetzung überzeugt am meisten?
Aus rein darstellerischer Sicht ist Halle Bailey das stärkste Glied der Besetzung von Arielle die Meerjungfrau 2023 – vor allem in den musikalischen Szenen. Javier Bardem liefert solide Arbeit, wird aber kaum gefordert. Melissa McCarthy bleibt erwartungsgemäß.
Gibt es eine deutsche Synchronisation – und wer spricht die Rollen?
Ja, der Film wurde für den deutschen Markt synchronisiert. Die genaue Besetzung der deutschsprachigen Synchronisation ist unter anderem auf der Synchronkartei dokumentiert.




