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Besetzung von Petrocelli

Besetzung von Petrocelli

Es gibt Serien, die man heute kaum noch kennt, die aber zu ihrer Zeit einen festen Platz im Fernsehprogramm hatten. Petrocelli ist so eine Serie. Von 1974 bis 1976 lief die amerikanische Rechtsserie auf NBC – zwei Staffeln, insgesamt 46 Episoden, angesiedelt im staubigen Tucson, Arizona. Der Protagonist ist Tony Petrocelli, ein Harvard-ausgebildeter Anwalt, der aus der Großstadt in den Südwesten zieht, dort in einem halbfertigen Haus lebt und trotzdem kompetente Rechtsarbeit leistet. Das Konzept klingt nach einem Genremix, der nicht ganz aufgeht: Teil Juristenserie, Teil Western, Teil Krimidrama. Ob das Konzept tatsächlich aufgeht, hängt wesentlich von der Besetzung von Petrocelli ab – und genau hier wird es interessant.

Das Cast der Serie ist überschaubar, aber nicht unambitioniert. Barry Newman trägt die Serie als Hauptdarsteller, Susan Howard spielt seine Ehefrau, und Albert Salmi gibt den lokalen Sheriff. Dazu kommen Gaststars in den Episodenrollen. Auf dem Papier klingt das solide. In der Praxis ist es komplizierter.

Die Besetzung von Petrocelli – zwischen Anspruch und Konstruktion

Die Serienbesetzung von Petrocelli folgt einer vertrauten Logik: ein charismatischer Einzelkämpfer im Zentrum, eine unterstützende Ehefrau als emotionaler Anker, eine lokale Autoritätsfigur als Reibungsfläche. Das ist kein revolutionäres Casting – es ist das Grundgerüst unzähliger amerikanischer Fernsehserien der 1970er Jahre.

Was die Besetzung von Petrocelli interessant macht, ist nicht die Originalität der Rollenverteilung, sondern die Frage, wie überzeugend die einzelnen Darsteller ihre Figuren mit Leben füllen. Barry Newman ist kein unbekanntes Gesicht – er hatte bereits mit Vanishing Point (1971) auf sich aufmerksam gemacht. Die Produzenten setzen auf einen Hauptdarsteller, der Authentizität und Intellekt ausstrahlen soll, ohne dabei steril zu wirken.

Das funktioniert – bis zu einem gewissen Grad. Was weniger funktioniert, ist die strukturelle Konstruiertheit einiger Nebencharaktere, die eher als dramaturgische Funktionen denn als echte Menschen angelegt sind. Das ist kein Einzelproblem dieser Serie, aber es ist eines, das man bei Petrocelli deutlich spürt.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Barry Newman Tony Petrocelli 7/10 Glaubwürdig, geerdet, trägt die Serie mit ruhiger Autorität
Susan Howard Maggie Petrocelli 5/10 Solide, aber die Rolle lässt wenig Spielraum für Tiefe
Albert Salmi Sheriff Bill Clifford 6/10 Routiniert, funktional – selten überraschend

Hinweis: Gaststars variieren stark je nach Episode. Die folgende Analyse konzentriert sich auf das Stammpersonal laut verfügbaren Quellen.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Bonanza.

Die Hauptdarsteller im Fokus

Barry Newman als Tony Petrocelli

Barry Newman ist das Herz und das Problem der Serie zugleich. Als Tony Petrocelli gibt er einen Anwalt, der nicht ins klassische Schema passt – er lebt bescheiden, verteidigt Menschen, die sich keinen teuren Anwalt leisten könnten, und er tut das mit einer Überzeugung, die Newman selten ins Klischee abgleiten lässt.

Newman hat eine Qualität, die im Fernsehen der 1970er nicht selbstverständlich war: Er wirkt, als würde er denken, nicht nur reden. Seine Verhöre und Plädoyers in den Episoden haben eine gewisse Ruhe, die die Glaubwürdigkeit des Charakters stützt. Tony Petrocelli ist kein strahlender Held – er ist ein Pragmatiker mit Prinzipien, und das spürt man.

Allerdings: Die Figur ist konzeptuell ein wenig zu makellos. Der Harvard-Absolvent, der freiwillig auf Luxus verzichtet, der immer auf der Seite der Schwächeren kämpft – das ist eine Idee von einem Anwalt, nicht ganz ein Mensch. Newman rettet das über weite Strecken durch seine Spielweise, aber das Konstrukt blinkt durch.

Bewertung: 7/10

Susan Howard als Maggie Petrocelli

Susan Howard übernimmt die Rolle der Maggie Petrocelli, Ehefrau des Protagonisten. Es ist eine Rolle, die in vielen Serien dieser Ära existiert: die unterstützende Partnerin, die Wärme und Stabilität ins Bild bringt, aber selten eine eigene dramatische Funktion hat.

Howard spielt diese Rolle professionell. Sie ist präsent, sie ist sympathisch, und sie schafft eine glaubwürdige Chemie mit Newman. Aber die Figur selbst gibt ihr wenig zu tun. Maggie Petrocelli ist kein eigenständiger Charakter – sie ist eine Funktion im Leben des Protagonisten. Das ist kein Fehler der Schauspielerin, aber es ist ein Fehler des Drehbuchs.

In einzelnen Episoden bekommt Howard mehr Raum, und man sieht, dass da mehr möglich wäre. Aber der reguläre Serienalltag hält die Figur klein. Das ist schade – und es ist ein Muster, das in amerikanischen Fernsehserien der 1970er erschreckend verbreitet war.

Bewertung: 5/10

Albert Salmi als Sheriff Bill Clifford

Albert Salmi ist ein erfahrener Charakterdarsteller – jemand, der Dutzende von Serienrollen gespielt hat und weiß, wie man eine Figur schnell lesbar macht. Als Sheriff Bill Clifford liefert er genau das: einen Lokalverantwortlichen, der gegenüber dem Zugezogenen zunächst reserviert ist, aber funktional in die Geschichte integriert wird.

Das Problem ist, dass Clifford nie über seine Funktion hinauswächst. Er ist das institutionelle Gegengewicht zu Petrocelli – manchmal kooperativ, manchmal skeptisch, aber selten überraschend. Salmi spielt das routiniert und ohne Ausrutscher. Aber Routine ist kein Aushängeschild.

Bewertung: 6/10

Einen ähnlichen Blick auf ein klassisches amerikanisches Serienensemble bietet der Artikel über die Besetzung von MASH.

Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?

Die eigentliche Besetzungsarbeit bei Petrocelli findet in den Episodenrollen statt. Jede Folge bringt neue Gaststars mit, die Mandanten, Zeugen, Verdächtige oder Opfer spielen. Dieses Format war in den 1970er Jahren Standard für amerikanische Krimiserien, und Petrocelli bedient es zuverlässig.

Die Qualität dieser Nebenrollen schwankt erheblich. Manche Gaststars bringen echte Charakterzeichnung mit – Figuren, die ambivalent wirken, deren Motivationen nicht sofort transparent sind. Andere Episodenrollen sind so schematisch geschrieben, dass kein Schauspieler der Welt ihnen Tiefe geben könnte.

Das ist ein strukturelles Problem der Serienform: Wer nur eine Episode Zeit hat, muss schnell funktional lesbar sein. Das begünstigt Stereotype. Petrocelli ist da keine Ausnahme. Die Episodencharaktere sind oft eher Typen als Menschen – der verzweifelte Angeklagte, der korrupte Geschäftsmann, die überhörte Zeugin. Die Seriencharaktere bleiben damit stabil, aber das Ensemble wirkt insgesamt weniger organisch, als es sein könnte.

Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?

Barry Newman

  • Vanishing Point (1971) – Kultfilm, wenig Dialog, viel Atmosphäre
  • Petrocelli (1974–1976) – Hauptrolle als titelgebender Anwalt
  • Nach Petrocelli: weiterhin im Fernsehen aktiv, ohne vergleichbare Hauptrolle

Susan Howard

  • Petrocelli (1974–1976) – Rolle als Maggie Petrocelli
  • Dallas – deutlich prominentere Produktion, mehr Sichtbarkeit

Albert Salmi

  • Jahrzehntelange Charakterdarsteller-Karriere in Western und Krimiserien
  • Petrocelli (1974–1976) – Sheriff Bill Clifford

Alle drei Hauptdarsteller zeigen in ihren Filmografien ein Muster: solide Arbeit, gelegentliche Highlights, aber keine radikale Entwicklung. Das passt zur Serie selbst.

Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?

Die ehrliche Antwort ist: teilweise. Barry Newman und Susan Howard haben eine funktionierende Dynamik – sie wirken wie ein Paar, das sich kennt und versteht, auch wenn die Drehbücher Maggie Petrocelli zu wenig eigenständige Substanz geben. Die Chemie zwischen ihnen ist real genug, um nicht aufgesetzt zu wirken.

Die Beziehung zwischen Petrocelli und Sheriff Clifford funktioniert dramaturgisch, aber sie bleibt vorhersehbar. Man weiß früh, wann die Spannung da ist und wann sie sich auflöst. Das ist kein Fehler von Newman oder Salmi – es ist ein Fehler der Konstruktion.

Das Ensemble als Ganzes wirkt kompetent, aber selten lebendig. Es gibt keine Szene, in der man das Gefühl hat, die Darsteller würden sich gegenseitig überraschen – jene kleinen Momente der Improvisation oder des echten Reagierens, die großen Ensembles ihre Textur geben. Petrocelli ist professionell, aber nicht organisch.

Wer sich für Serienbesetzungen ähnlichen Formats interessiert, findet einen weiteren Vergleichspunkt im Artikel über die Besetzung von Köln 50667.

Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem?

Petrocelli ist keine Serie, die man heute als politisch überladen bezeichnen würde. Aber sie hat ein Grundmuster, das es wert ist zu benennen: Der Protagonist ist per Definition im Recht. Petrocelli verteidigt die Unschuldigen, deckt die Korrupten auf, und am Ende der Folge sind die Dinge geordnet. Das ist keine Schwäche im politischen Sinne – es ist eine dramaturgische Schwäche.

Wenn der Ausgang einer Folge von Anfang an nicht wirklich in Frage steht, verliert die Spannung ihre Substanz. Man schaut nicht mehr, weil man wissen will, ob Petrocelli Recht hat – man schaut, wie er es beweist. Das ist ein Unterschied, der auf Dauer ermüdet.

Moderne Serien haben dieses Problem in anderer Form: Figuren werden so konstruiert, dass ihre moralische Position von Anfang an klar ist – nicht weil die Geschichte es erfordert, sondern weil es das einfachere Signal ist. Das Ergebnis sind Charaktere, die Ideen repräsentieren, statt Menschen zu sein. Petrocelli ist ein frühes, harmloses Beispiel dieses Musters. Die Serie will einen guten Anwalt zeigen – und ist dabei so konsequent, dass der gute Anwalt keine echten Fehler mehr machen darf.

Das ist kein Verbrechen. Aber es ist der Grund, warum die Serie interessant, aber nicht unvergesslich ist.

Häufig gestellte Fragen zur Besetzung von Petrocelli

Wer spielt in Petrocelli die Hauptrolle?

Barry Newman spielt Tony Petrocelli, den titelgebenden Anwalt. Er trägt die Serie über beide Staffeln als Hauptdarsteller.

Wer spielt Maggie Petrocelli?

Die Rolle der Ehefrau Maggie Petrocelli wird von Susan Howard gespielt. Die Figur bleibt leider über weite Strecken dramaturgisch unterentwickelt.

Wer spielt den Sheriff in Petrocelli?

Albert Salmi übernimmt die Rolle des Sheriff Bill Clifford – routiniert gespielt, aber selten überraschend.

Wann lief Petrocelli im Fernsehen?

Die Erstausstrahlung der amerikanischen Fernsehserie war 1974 auf NBC. Die Serie lief bis 1976 über zwei Staffeln.

Ist Petrocelli heute noch sehenswert?

Als Zeitdokument ja – als packende Krimiserie nur bedingt. Die Besetzung ist solide, das Konzept interessant, aber die Formel ermüdet. Wer sich für amerikanische Rechtserien der 1970er interessiert, wird hier fündig. Wer echte dramaturgische Spannung sucht, wird anderswo besser bedient.

Was ist die stärkste Leistung in der Besetzung von Petrocelli?

Barry Newman als Tony Petrocelli. Er gibt der Figur mehr Glaubwürdigkeit, als das Drehbuch ihr auf dem Papier mitgibt – das ist handwerklich eine echte Leistung.

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