DirektFokus ist werbefinanziert, und alle Inhalte auf der Website sind als Werbung zu betrachten.

EILMELDUNG
Neueste Meldungen werden geladen ...

Besetzung von Der Pfau 2023

Besetzung von Der Pfau 2023

Eine Gruppe wohlhabender Banker, ein schottisches Landgut, ein toter Pfau – und mittendrin eine Handvoll deutscher Schauspieler, die beweisen sollen, dass eine Ensemblekomödie auch ohne amerikanisches Budget funktionieren kann. Der Pfau (2023) unter der Regie von Lutz Hübner und Carolina Hellsgård erzählt von einem Betriebsausflug, der gründlich aus dem Ruder läuft. Das Konzept klingt solide. Die Frage ist, ob die Besetzung von Der Pfau 2023 diesem Konzept dient – oder ob sie primär als Ensemble-Versprechen funktioniert, das auf Wiedererkennung statt auf Charaktertiefe setzt.

Das Drehbuch basiert auf dem Roman von Isabel Bogdan. Tobis übernahm den Verleih. Das klingt nach einer Produktion, die weiß, was sie tut. Manchmal ist das ein gutes Zeichen. Manchmal nicht.

Die Besetzung von Der Pfau 2023 – zwischen Anspruch und Konstruktion

Der Cast von Der Pfau 2023 liest sich zunächst beeindruckend: Leonie Benesch, Svenja Jung, Tom Schilling, Nilufar Fayman, Friedrich Mücke, Maximilian Brückner, Elena Uhlig, Rosalie Thomass – dazu internationale Beteiligung durch Paloma Faith und Hugh Bonneville. Das ist kein durchschnittlicher deutscher Kinofilm. Das ist ein bewusst zusammengestelltes Ensemble, das Arthouse-Glaubwürdigkeit mit Mainstream-Zugänglichkeit verbinden soll.

Und genau da liegt das erste Problem. Wenn ein Kinofilm derart auf Bekanntheitswert setzt, lohnt es sich zu fragen: Sind diese Schauspieler für ihre Rollen gewählt worden – oder wurden Rollen um die Schauspieler herum gebaut? Bei einem deutschen Film dieser Größenordnung ist das keine unbescheidene Frage. Es ist die eigentliche Frage.

Das Casting wirkt an mehreren Stellen wie ein kalkulierter Schachzug. Internationale Namen für internationale Vermarktung. Bekannte deutsche Gesichter für das heimische Publikum. Das Ergebnis ist ein Ensemble, das auf dem Papier glänzt – aber auf der Leinwand gelegentlich wie eine gut sortierte Gästeliste wirkt, nicht wie eine organisch gewachsene Gruppe von Menschen, die sich wirklich nahestehen.

Das ist nicht das Schlimmste, was man über eine Komödie sagen kann. Aber es ist auch kein Freifahrtschein.

Lesen Sie auch den Artikel über die Besetzung von Downton Abbey Film – Hugh Bonneville ist auch dort Teil des Ensembles.

Tabelle der Besetzung mit Bewertung

Schauspieler Rolle Bewertung Kommentar
Leonie Benesch Regine 7/10 Präzise, kontrolliert – aber gelegentlich zu sehr im Kopf
Svenja Jung Hannah 6/10 Sympathisch, doch die Rolle bleibt funktional
Tom Schilling Lars 6/10 Solide, aber unter seinem Potenzial
Nilufar Fayman Anika 6/10 Auffällig präsent, Charakter könnte mehr Tiefe vertragen
Friedrich Mücke Christoph 5/10 Routiniert – Typecasting in der Komfortzone
Maximilian Brückner Martin 6/10 Der natürlichste Darsteller im Ensemble
Elena Uhlig Elke 6/10 Funktioniert gut im Kontext – selten mehr
Rosalie Thomass Tanja 5/10 Zu dekorativ für die Handlung
Paloma Faith Herself / Gastrolle 5/10 Überraschungseffekt, dramaturgisch nicht notwendig
Hugh Bonneville MacIntosh 7/10 Erfahren, glaubwürdig – hebt das Niveau spürbar

Die Hauptdarsteller im Fokus

Leonie Benesch als Regine

Leonie Benesch hat sich spätestens durch Das Lehrerzimmer (2023) als eine der verlässlichsten deutschen Hauptdarstellerinnen ihrer Generation etabliert. In Der Pfau spielt sie Regine, eine Frau, die in einer Welt aus Leistungsdruck und sozialer Erwartung navigiert. Das ist gut gewählt. Benesch kann genau das: innere Anspannung nach außen tragen, ohne zu überinszenieren.

Aber: Die Rolle lässt sie selten los. Regine bleibt eine Figur, die erklärt werden will, statt eine, die einfach existiert. Man spürt das Drehbuch hinter ihr. Nicht immer – aber oft genug, dass es auffällt. Benesch rettet viele Szenen durch Präzision, aber sie kann eine schwach konstruierte Filmfigur nicht vollständig in einen Menschen verwandeln.

Bewertung: 7/10

Tom Schilling als Lars

Tom Schilling ist ein Schauspieler, dem man gerne zusieht. Das war in Oh Boy (2012) so, das war in Werk ohne Autor (2018) so. In Der Pfau spielt er Lars – und man wartet darauf, dass etwas passiert. Es passiert wenig. Schilling ist professionell, er ist nie falsch, aber er ist auch nie wirklich da. Lars fühlt sich wie eine Figur an, die der Handlung Platz macht, statt sie voranzutreiben. Das ist kein Versagen des Schauspielers – es ist ein Versagen der Rollen-Konstruktion.

Wenn ein Talent wie Schilling in einer Komödie fast unsichtbar bleibt, ist das ein Symptom. Kein einzelnes, aber eines.

Bewertung: 6/10

Maximilian Brückner als Martin

Brückner ist die angenehmste Überraschung im Ensemble. Er bringt eine Erdigkeit mit, die dem Film gut tut. Martin wirkt wie ein Mensch, der zufällig in diesem Film gelandet ist – und das ist gemeint als Lob. Er kalkuliert weniger, er reagiert mehr. In einem Ensemble, das gelegentlich nach Konzept riecht, ist das Gold wert.

Bewertung: 6/10

Hugh Bonneville als MacIntosh

Die internationale Besetzung zahlt sich an einer Stelle wirklich aus: Hugh Bonneville. Der Downton Abbey-Veteran bringt genau das mit, was eine schottische Landgut-Komödie braucht – Würde, Timing und die Fähigkeit, witzig zu sein, ohne es zu versuchen. MacIntosh ist eine Nebenrolle, aber Bonneville macht daraus etwas Reales.

Bewertung: 7/10

Einen ähnlich gelagerten Fall von internationalem Casting in einem Ensemblefilm finden Sie im Artikel über die Besetzung von Ein ganzes Leben.

Nebenrollen – echte Figuren oder bloße Funktionen?

Der Pfau 2023 ist ein Ensemblefilm – und wie bei den meisten Ensemblefilmen gilt: Je mehr Darsteller, desto weniger Zeit für den Einzelnen. Svenja Jung, Elena Uhlig, Rosalie Thomass und Nilufar Fayman spielen Figuren, die man nach dem Kinostart kaum auseinanderhalten kann, wenn man nicht aufpasst.

Das ist kein Vorwurf an die Schauspielerinnen. Es ist eine strukturelle Beobachtung. Nebenrollen in Ensemblekomödien tendieren dazu, Träger einer einzigen Eigenschaft zu sein: die Nervöse, die Pragmatische, die Sentimentale. Das Drehbuch macht hier nicht genug Arbeit, um die Figuren zu differenzieren. Nilufar Fayman fällt positiv auf – sie hat eine Präsenz, die über ihre Screentime hinausgeht. Aber auch ihr Charakter bleibt im Groben.

Rosalie Thomass bleibt trotz ihrer Qualitäten in einer Rolle, die kaum Substanz bietet. Das ist schade, aber kein Einzelfall in dieser Produktion.

Filmografie – Entwicklung oder Stillstand?

Ein kurzer Blick auf die Entwicklung der zentralen Schauspieler:

Leonie Benesch

  • The White Ribbon (2009)
  • Serienarbeit (verschiedene Produktionen)
  • Das Lehrerzimmer (2023)
  • Der Pfau (2023) – eine bewusste Entscheidung für Genre-Arbeit, legitim, aber nicht ihr stärkstes Kapitel

Tom Schilling

  • Oh Boy (2012)
  • Werk ohne Autor (2018)
  • Der Pfau (2023) – unter seinem Niveau; ob das Casting strategisch klug war, darf bezweifelt werden

Maximilian Brückner

  • Seit Jahren verlässlicher Darsteller, selten in Hauptrollen
  • Der Pfau (2023) – ändert wenig daran, aber er nutzt seinen Raum besser als die meisten

Friedrich Mücke

  • Bewegt sich seit Jahren in einem ähnlichen Spektrum: der attraktive, leicht ironische Typ
  • Der Pfau (2023) – kaum erkennbare Entwicklung gegenüber früheren Rollen

Zum Vergleich lohnt ein Blick auf die Besetzung von The Iron Claw, wo ein ähnlich strukturiertes Ensemble-Casting ganz andere Ergebnisse erzielt.

Funktioniert das Ensemble als glaubwürdige Einheit?

Die ehrliche Antwort: manchmal.

Wenn Ensemblefilme funktionieren, dann weil man glaubt, dass diese Menschen sich kennen – dass sie sich auf eine Art und Weise beobachten, irritieren und schätzen, die nicht aus dem Drehbuch kommt, sondern aus etwas Organischerem. Der Pfau 2023 erreicht dieses Niveau in einzelnen Szenen. Brückner und Schilling haben Momente, die sich echt anfühlen. Benesch und Jung finden einen Rhythmus.

Aber insgesamt wirkt das Ensemble wie ein gut zusammengestelltes Team – nicht wie eine Gruppe, die gemeinsam atmet. Die Chemie ist professionell. Das ist nicht dasselbe wie lebendig. Der Film funktioniert als Unterhaltung. Er funktioniert weniger gut als Geschichte über Menschen, die wir wirklich kennenlernen.

Das ist der Unterschied zwischen einer Produktion, die gut gemacht ist, und einer, die wirklich etwas riskiert.

Wenn die Aussage die Geschichte verdrängt – ein wiederkehrendes Problem?

Der Pfau 2023 ist kein Propagandafilm. Er ist keine plumpe Message-Movie. Aber er trägt eine erkennbare Haltung mit sich: Banker sind absurd, der Kapitalismus produziert komische Menschen, und irgendwo auf dem schottischen Land liegt die Wahrheit. Das ist nicht neu – und das ist kein Problem per se.

Das Problem entsteht dort, wo die Komödie beginnt, ihre Figuren primär als Träger sozialer Typen zu behandeln. Der arrogante Aufsteiger. Die überangepasste Karrierefrau. Der empfindsame Außenseiter. Sobald Charaktere mehr Symbol als Mensch sind, verliert die Geschichte ihre Wärme. Man lacht über sie, aber man fühlt nicht mit ihnen.

Das ist eine Tendenz, die sich durch viele aktuelle deutsche Filmproduktionen zieht: Der Wunsch, relevant zu sein – gesellschaftlich, ironisch, zeitgemäß – führt manchmal dazu, dass die Handlung zur Verpackung einer Aussage wird. Der Pfau ist nicht das schlimmste Beispiel für dieses Muster. Aber er ist auch kein Gegenbeweis.

Die Filmkritik sollte ehrlich benennen, wenn gut gemeinte Absicht und gutes Erzählen auseinanderfallen. Hier fallen sie gelegentlich auseinander.

Häufig gestellte Fragen

Wer spielt in Der Pfau 2023?

Die Besetzung von Der Pfau 2023 umfasst unter anderem Leonie Benesch, Tom Schilling, Svenja Jung, Maximilian Brückner, Friedrich Mücke, Nilufar Fayman, Elena Uhlig, Rosalie Thomass sowie die internationalen Darsteller Hugh Bonneville und Paloma Faith.

Wer führte Regie bei Der Pfau 2023?

Die Regie übernahmen Lutz Hübner und Carolina Hellsgård. Das Drehbuch basiert auf dem Roman von Isabel Bogdan.

Wer liefert die stärkste Leistung im Cast?

Leonie Benesch und Hugh Bonneville heben sich durch Präzision und Glaubwürdigkeit vom Rest des Ensembles ab. Maximilian Brückner überzeugt durch natürliche Spielweise.

Ist Der Pfau 2023 sehenswert?

Als Unterhaltungskomödie: ja. Als tiefgründiges Charakterstück: weniger. Der Film funktioniert als leichter Kinofilm, fordert sein Publikum aber kaum heraus.

Wo kann man Der Pfau 2023 sehen?

Der Film war im Kino über Tobis als Verleih zu sehen. Informationen zu Streaming, DVD und Blu-ray finden sich auf den üblichen Plattformen und bei Tobis direkt.

Ist das Ensemble überzeugend?

Teilweise. Es gibt gute Momente und starke Einzelleistungen. Als Einheit fehlt dem Ensemble aber die organische Wärme, die einen Ensemblefilm wirklich trägt.

Das könnte Sie auch interessieren