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Ausbildung · Deutschland

14.400 neue Auszubildende in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik — 30,5 Prozent mehr als 2015

Von Redaktion Direkt Fokus··Menschen

Zwei Personen mit Schutzbrille ziehen auf einer Baustelle rote Kunststoffrohre durch eine Öffnung in einer Mauer.
Rohrmontage auf einer Baustelle (Symbolbild). Foto: Mikael Blomkvist / Pexels

In der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik haben 2025 in Deutschland rund 14.400 Menschen eine Ausbildung begonnen — 30,5 Prozent mehr als zehn Jahre zuvor, als es rund 11.000 waren. Das teilte das Statistische Bundesamt am 16. September 2026 mit. Es ist der Nachwuchs für genau jene Betriebe, die Heizungen austauschen, Bäder umbauen und Wärmepumpen anschließen — und für einen Beruf, den die Bundesagentur für Arbeit unabhängig davon und mit eigenen Daten als Engpassberuf führt.

Wie stark ist die Zahl der Auszubildenden in zehn Jahren gestiegen?

Um 30,5 Prozent: von rund 11.000 neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen im Jahr 2015 auf knapp 14.400 im Jahr 2025. Die Zahl stammt aus der Berufsbildungsstatistik, die die bei den zuständigen Stellen eingetragenen Verträge zählt — also unterschriebene Ausbildungsverhältnisse, keine Absichtserklärungen und keine gemeldeten freien Lehrstellen. Auch die Beschäftigung im Gewerbe selbst ist gewachsen, wenn auch langsamer: Rund 278.000 Menschen arbeiteten 2025 in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, 4,1 Prozent mehr als die rund 267.000 des Jahres 2021.

Warum zählt die Bundesagentur für Arbeit nur 139.792 Beschäftigte und das Statistische Bundesamt 278.000?

Weil beide etwas anderes zählen — und beide Zahlen richtig sind. Die 278.000 des Statistischen Bundesamtes stammen aus dem Mikrozensus, einer Haushaltsbefragung, die alle Erwerbstätigen in diesen Berufen erfasst: Selbstständige, Meisterinnen und Meister, Hilfskräfte, Teilzeitkräfte und Auszubildende. Die 139.792 der Bundesagentur für Arbeit sind ein Ausschnitt daraus: Gezählt werden nur sozialversicherungspflichtig Beschäftigte auf dem Anforderungsniveau «Fachkraft» in der Berufsuntergruppe 3421, ohne Arbeitnehmerüberlassung und ohne Auszubildende, Stichtag Juni 2025. Wer die beiden Zahlen nebeneinanderlegt, sieht deshalb keinen Widerspruch, sondern den Umfang des Gewerbes außerhalb des klassischen Angestelltenverhältnisses. Keine der beiden Stellen weist auf die andere hin — der Vergleich ist unsere eigene Gegenüberstellung.

Reichen 14.400 Anfängerinnen und Anfänger pro Jahr gegen 64.800 Beschäftigte über 55?

Rechnerisch ja, praktisch ist es knapper, als es aussieht. 23,3 Prozent der Erwerbstätigen in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik waren 2025 zwischen 55 und 64 Jahre alt; das sind rund 64.800 Menschen, die in den kommenden zehn Jahren aus dem Erwerbsleben ausscheiden dürften — im Schnitt etwa 6.500 pro Jahr. Dem stehen 14.400 Ausbildungsanfängerinnen und -anfänger jährlich gegenüber, gut das Doppelte. Der Abstand ist allerdings kein Puffer: Eine Ausbildung dauert dreieinhalb Jahre, ein Teil der Verträge wird vorzeitig gelöst, und wer den Abschluss hat, bleibt nicht zwangsläufig im Gewerbe. Der Altersschnitt der Branche liegt zudem über dem aller Berufe zusammen — 23,3 gegenüber 23,0 Prozent — und er ist seit 2021 gestiegen, damals waren es 22,3 Prozent.

Warum bleibt der Beruf trotzdem ein Engpassberuf?

Weil die offenen Stellen weiterhin lange unbesetzt bleiben. In der Fachkräfteengpassanalyse 2025 der Statistik der Bundesagentur für Arbeit erreicht die Berufsuntergruppe «Berufe Sanitär-, Heizungs-, Klimatechnik» einen Gesamtwert von 2,5 von 3,0 Punkten und liegt damit klar über der Schwelle von 2,0, ab der ein Engpassberuf vorliegt. Die drei Kernindikatoren — Medianvakanzzeit, Arbeitsuchenden-Stellen-Relation und berufsspezifische Arbeitslosenquote — stehen jeweils auf dem Höchstwert; die Vakanzzeit fällt damit in die oberste Kategorie von 80 Tagen und mehr. Bundesweit zählte die Bundesagentur für 2025 insgesamt 157 Engpassberufe, sechs weniger als im Vorjahr, bei durchschnittlich rund 402.000 gemeldeten Fachkraftstellen.

Was ist damit noch nicht gelöst?

Die Hälfte der möglichen Bewerberinnen wird bislang kaum erreicht: Nur 2,4 Prozent der neuen Ausbildungsverträge in der Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik entfielen 2025 auf Frauen, während es über alle Ausbildungsberufe hinweg 36,0 Prozent waren. Ungelöst bleibt auch, dass der Zuwachs von einem niedrigen Ausgangsniveau kommt und die Engpasslage nicht beendet hat — die Bundesagentur führt den Beruf für 2025 weiterhin als Engpassberuf, obwohl die Zahl der Engpassberufe insgesamt gesunken ist, was sie ausdrücklich auf die schwache Konjunktur und nicht auf ein größeres Arbeitskräfteangebot zurückführt. Ob die 14.400 Verträge des Jahrgangs 2025 tatsächlich zu Fachkräften werden, zeigt sich erst gegen Ende dieses Jahrzehnts.

Quellen

Dieser Artikel stützt sich auf zwei voneinander unabhängige Quellen:

  1. Statistisches Bundesamt: Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik — Zahl der neuen Auszubildenden binnen zehn Jahren um 30,5 % gestiegen (Pressemitteilung Nr. N064 vom 16. September 2026) (Primärquelle)
  2. Bundesagentur für Arbeit: Fachkräfte bleiben knapp — Zuwanderung gewinnt weiter an Bedeutung. Fachkräfteengpassanalyse 2025 mit 157 Engpassberufen (Presseinfo Nr. 32 vom 2. September 2026) (unabhängige Quelle)