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Gesundheit · Deutschland

1.405 gespendete Organe von Januar bis Mai 2026 — zwölf Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum

Von Redaktion Direkt Fokus··Menschen

Leerer Operationssaal mit Geräten und Monitor
Vorbereiteter Operationssaal. Foto: vijay victor / Pexels (Pexels-Lizenz)

Von Januar bis Mai 2026 haben in Deutschland 452 Menschen nach ihrem Tod Organe gespendet, 6,1 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum mit 426 Spenderinnen und Spendern. Die Zahl der tatsächlich gespendeten Organe stieg im selben Zeitraum um rund zwölf Prozent auf 1.405. Das geht aus der Zwischenbilanz der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) hervor.

Warum wächst die Zahl der Organe doppelt so schnell wie die der Spender?

Weil pro Spenderin und Spender mehr Organe tatsächlich transplantiert werden konnten. Rechnet man nach, kamen 2026 auf 452 Spender 1.405 Organe — 3,11 Organe je Spender. Im Vorjahreszeitraum waren es 1.253 Organe auf 426 Spender, also 2,94. Der Zuwachs von 6,1 Prozent bei den Menschen erklärt damit nur die Hälfte des Zuwachses von zwölf Prozent bei den Organen; die andere Hälfte liegt in einer besseren Ausschöpfung.

Diese Kennzahl ist in der Transplantationsmedizin ein üblicher Qualitätsindikator. Sie steigt, wenn Spenderorgane früher erkannt, besser konserviert und schneller vermittelt werden — und wenn weniger Organe wegen Transportzeiten oder fehlender Empfänger verworfen werden müssen. In der Berichterstattung über die Zwischenbilanz taucht sie meist nicht auf, obwohl sie den größeren Teil des Zuwachses trägt.

Wie ordnet sich das in die längere Reihe ein?

2025 war bereits das stärkste Jahr seit über einem Jahrzehnt: 985 Menschen spendeten nach ihrem Tod Organe, der höchste Wert seit 2012. Die Zwischenbilanz für 2026 setzt diesen Trend fort. Zum Vergleich: 2024 wurden 2.075 Patientinnen und Patienten in Deutschland eine Niere transplantiert — sie ist mit Abstand das am häufigsten übertragene Organ.

Was ändert das für die Menschen auf der Warteliste?

Wenig, gemessen an der Lücke. Im Januar 2026 standen in Deutschland 8.207 Menschen auf der Warteliste für ein Spenderorgan, die meisten von ihnen für eine Niere. Dem stehen rund 3.150 Transplantationen im Jahr 2025 gegenüber. Und die Wartezeit ist für manche zu lang: 633 Menschen starben 2025 in Deutschland, während sie auf ein Organ warteten.

Zwölf Prozent mehr Organe in fünf Monaten sind deshalb ein Fortschritt, aber kein Wendepunkt. Um die Warteliste substanziell zu verkürzen, müsste die Zahl der Spenden nicht um Prozentpunkte, sondern um ein Vielfaches steigen. Deutschland liegt bei den Spenderzahlen pro Million Einwohner weiterhin am unteren Rand der Eurotransplant-Länder.

Wer führt die Warteliste?

Nicht die DSO, sondern Eurotransplant. Die Stiftung mit Sitz im niederländischen Leiden vermittelt Organe für acht Länder — Deutschland, Österreich, Belgien, Kroatien, Ungarn, Luxemburg, die Niederlande und Slowenien — und führt dafür eine gemeinsame Warteliste mit derzeit rund 14.000 Patientinnen und Patienten. Die DSO organisiert in Deutschland den Ablauf der Spende in den Kliniken, die Zuteilung des Organs erfolgt getrennt davon nach den Regeln von Eurotransplant. Diese Trennung ist gesetzlich vorgeschrieben, damit dieselbe Stelle nicht zugleich Organe gewinnt und verteilt.

Quellen

Dieser Artikel stützt sich auf zwei voneinander unabhängige Quellen:

  1. Deutsche Stiftung Organtransplantation: Statistiken zur Organspende (Zwischenbilanz Januar bis Mai 2026) (Primärquelle)
  2. Eurotransplant: Region Deutschland — Warteliste und Vermittlungsstatistik (unabhängige Quelle)